Schlafforschung: Frühes Aufstehen gefährdet die Gesundheit

Schlafforschung: Frühes Aufstehen gefährdet die Gesundheit

Es gibt viele kleine und große Weisheiten rund um das Thema Schlaf. Die einen schwören auf einen Löffel Apfelmus vor dem Zubettgehen, die anderen probieren unterschiedliche Schlafpositionen aus und manche schwören auf textilfreies Schlummern. Doch an der Frage, wann der Wecker denn klingeln soll, scheiden sich die Geister. Gehört die Zukunft den Frühaufstehern? Ganz im Gegenteil behauptet ein britischer Forscher und nimmt an, dass eine zu frühe Ankunft am Arbeitsplatz die Produktivität verringert und sogar schlecht für die Gesundheit ist.

Wenn es nach Doktor Paul Kelley geht, ist ein Arbeitsbeginn von 10 Uhr morgens schädlich für die Gesundheit. Der Wissenschaftler hat sich auf Schlafstudien spezialisiert und geht sogar so weit, einen Arbeitstag der vor 10 Uhr beginnt mit Folter zu vergleichen.Der frühe Beginn sei laut ihm ein Generator von Stress und Krankheiten. Außerdem schade das zu frühe Aufstehen auch der Produktivität der Mitarbeiter. In einem Interview mit dem „Telegraph“ aus dem Jahr 2015 erklärt Kelley: „Es ist ein enormes gesellschaftliches Problem. (…) Angestellte sollten erst um 10 Uhr morgens beginnen. Unser Biorhythmus ist vor dieser Uhrzeit noch nicht im Takt, und das bis zum Alter von 55 Jahren. Mitarbeitern mangelt es an Schlaf. Wir leben in einer Gesellschaft, der es an Schlaf mangelt. Das ist schädlich für unseren Körper, dem wir physische und emotionale Leistungen erschweren.“ 

Bessere Schulergebnisse dank eines angepassten Rhythmus 

Neben den teils schweren gesundheitlichen Problemen, die ein Schlafmangel mit sich bringen kann, forscht Kelley am Produktivitätsverlust, den eine Ankunft im Büro vor 10 Uhr hervorruft.Laut dem Forscher sind die akademischen Ergebnisse um bis zu 10 Prozent besser, wenn Studenten auf ihre biologische Uhr hören. Ein Student sollte nicht vor 11 Uhr mit seinen Kursen beginnen, ein Jugendlicher im Alter von 16 Jahren nicht vor 10 Uhr und ein zehnjähriges Kind nicht vor 8.30 Uhr. Paul Kelley hat außerdem einen an seine Studenten angepassten Rhythmus vorgeschlagen und stellte fest, dass sich die Resultate um 20 Prozent verbessert haben. Um unsere beruflichen Ziele zu erreichen, ist die beste Lösung also, auf unsere biologische Uhr zu hören und uns ihrem Rhythmus anzupassen.

• Sophie Kausch
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