Aschura: Ursprung und Geschichte des muslimischen Feiertages

Aschura: Ursprung und Geschichte des muslimischen Feiertages

Jedes Jahr fasten Muslime und nehmen anlässlich des Aschura nur spezielle Speisen zu sich. OhMyMag enthüllt die Geschichte und die Ursprünge dieses muslimischen Festes.

Termin von Aschura

Der Aschura-Tag, d.h. der 10. des Monats Muharram, ist eine Gedenkfeier, die 2017 am 20. September stattfand.

Ursprünge des Aschura

Aschura ist von großer Bedeutung für schiitische Muslime und ein zusätzliches Fest für sunnitische Muslime. Denn Aschura wird von einer religiösen Kultur zur anderen unterschiedlich gefeiert.

Für die Sunniten wurde Aschura vom Propheten Mohammed im Jahr 622 gegründet, als er jüdische Stämme traf, die zum Gedenken an Jom Kippur (das jüdische Fest der Versöhnung) fasteten. Wenig später, im Jahre 624, als das Fasten des Ramadan vorgeschrieben wurde, ersetzte es die Aschura.

Für schiitische Muslime ist Aschura jedoch ein sehr wichtiger Tag der Trauer. Für sie ist es der Jahrestag des Martyriums von Hussein und seiner Familie. Hussein ist einer der zwölf Imame (die 12 politischen und spirituellen Nachfolger von Muhammed, Prophet des Islam) und Enkel des Propheten Muhammed, Sohn von Fatima und Ali.

Nach historischen Quellen weigerte sich Hussein, sich dem neuen Kalifen (religiöses Oberhaupt) zu unterwerfen und floh aus Damaskus, begleitet von 72 Personen, einschließlich seiner Familienangehörigen. Hussein und seine Truppen, die in Kerbala abgefangen wurden, verloren ihr Leben (mit Ausnahme seines jüngsten Sohnes und der Frauen) in einem ungleichen Kampf und verloren gegen Zehntausende von Soldaten.

Die Aschura ist daher ein schiitisches Symbol des Kampfes gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung und zeigt, dass Überlegenheit nicht das Ergebnis von Zahlen ist.

Traditionen während des Aschura

Neben vielfältigen religiösen Traditionen gibt es auch kulturelle und volkstümliche Praktiken, die die Aschura heute zu einem unendlich pluralistischen Fest machen. Traditionell bleibt die Aschura eine Zeit der Erinnerung und des Gebets. Deshalb bleibt die Praxis des Fastens das am häufigsten beobachtete Ritual.

In manchen Traditionen erhalten Kinder Geschenke, Süßigkeiten oder neue Kleidung. Besonders in Marokko ist es das Fest der Familie, der Kindheit und der Nächstenliebe. Im Iran und im Irak leben einige Menschen die Tradition der Selbstgeißelung zum Gedenken an das Massaker und die Trauer um Hussein.

In Tunesien werden die Verstorbenen auf den Friedhöfen besucht und Kerzen angezündet. Im Senegal heißt die Aschura Tamkharit, und es ist ein Tag der Großzügigkeit, an dem ein großer Karneval stattfindet und Feste gefeiert werden. Also, jedem seine eigene Aschura!

• Sophie Kausch
Weiterlesen