Faschingsdienstag: Ursprung, Bedeutung, Zeitpunkt und Traditionen

Faschingsdienstag: Ursprung, Bedeutung, Zeitpunkt und Traditionen

Der Faschingsdienstag ist ein volkstümlicher Brauch und wird in Ländern christlichen Glaubens und christlicher Traditionen gefeiert. OhMyMag erklärt euch hier seine Ursprünge, seine Bedeutung und seine Gepflogenheiten.

Wann der Faschingsdienstag gefeiert wird

Das Datum des Faschingsdienstags hängt vom Datum des Osterfests ab. Faschingsdienstag ist immer 47 Tage vor Ostern. Er war 2017 am 28. Februar, ist 2018 am 13. Februar und wird 2019 am 5. März stattfinden.

Die Ursprünge der Fastnacht und des Faschingsdienstags

Der Faschingsdienstag ist ein christliches Fest mit heidnischen Ursprüngen in Europa. Im alten Rom begann das Kalenderjahr mit dem Frühling im März. Die Ankunft des Frühlings wurde mit dem Saturnalienfest gefeiert, dem Vorläufer unseres Faschingsdienstags.

Im christlichen Kalender ist der Faschingsdienstag der Auftakt der vorösterlichen Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt und am Karsamstag endet.Der biblische Hintergrund für diese Fastenzeit ist das vierzigtägige Fasten Jesu in der Wüste.

Am Faschingsdienstag, dem fetten Dienstag bei unseren französischen Nachbarn, sind alle kulinarischen Genüsse noch einmal erlaubt. Er wird mit buntem Treiben, Kostümierung und Maskeraden, Umzügen und Paraden gefeiert und die Leute verkleiden sich. So feiern die Christen noch einmal den Überfluss vor einer längeren Zeit der Mäßigung und der Enthaltung.

Traditionen am Faschingsdienstag

Der Karneval, dessen Name von dem lateinischen Wort „carnevalere“ stammt und „dem Fleisch lebe wohl sagen“ bedeutet, spielt ebenfalls auf Feiern und sich noch einmal Austoben vor dem traditionellen Fasten der christlichen Gläubigen vor Ostern an.

In Städten wie Venedig, Köln oder auch Rio kann der Karneval tagelang, wenn nicht sogar wochenlang dauern und es ist Brauch, verkleidet durch die Straßen zu ziehen. Selbst in säkularisierten Ländern wie Frankreich ist der Brauch noch lebendig.

An diesem Tag sind Übertreibungen und Übertretungen erlaubt, verkleiden sich Männer als Frauen und Frauen als Männer, Reich als Arme und Herren als Knechte. Hier wollen die Christen, auch über den religiösen Sinn des Festes hinaus, (noch) einmal so richtig ausgelassen feiern und sich austoben. Bei diesen Festlichkeiten kommuniziert die gesamte Bevölkerung in ihrem närrischen Treiben.  

Heutzutage ziehen die bekanntesten Karnevalsveranstaltungen und Umzüge massenhaft Touristen an, die an diesen spektakulären und noch authentischen volkstümlichen Bräuchen teilhaben und teilnehmen wollen.  

Kulinarisch betrachtet ist der Faschingsdienstag – und vielerorts fette Dienstag – der Tag, an dem Krapfen und Pfannkuchen gebacken und gegessen werden. Ein Tag, an dem kulinarisch noch einmal alles erlaubt ist, bevor Fleisch und fette Speisen in der vorösterlichen Fastenzeit von Tisch und Speiseplan der gläubigen Christen verschwinden

• Sophie Kausch
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