Karfreitag: Ursprung und Bedeutung

Karfreitag: Ursprung und Bedeutung

Jedes Jahr ist die Christenheit an Karfreitag in ihrer Trauer vereint, aber wieso eigentlich? OhMyMag nimmt euch hinter die Kulissen dieses besonderen Freitags.

Kommende Termine für Karfreitag

Es kommt drauf an, wann im Jahr Ostersonntag ist. Der Freitag davor ist Karfreitag. 

Die kommenden Karfreitage sind an folgenden Daten:

30. März 2018

19. April 2019

10. April 2020

2. April 2021

15. April 2022

Ursprung von Karfreitag

Für Christen ist Karfreitag eine der Höhepunkte der Passionszeit und der Tag von Jesus Kreuzigung. Es ist der traurigste Tag der Christenheit, an dem viel über Jesu Tod und sein Opfer nachgedacht und meditiert wird. Sowohl bei den Katholiken, als auch bei den Evangelen und den Orthodoxen wird dieser Tag gefeiert, auch wenn die Orthodoxen beispielsweise dafür einen anderen Termin haben. Die Passionszeit beginnt ab dem für Jesus ausgesprochene Todesurteil und steht allgemein für die furchtbare Leidenszeit, die er auf dem Weg zum Kreuz erleiden muss.

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Um kurz zu erklären, wie es zu dem Todesurteil kommt: die jüdischen Oberhäupte empfinden Jesus als Aufwiegler und Unruhestifter. Einer seiner Apostel, nämlich Judas, ist bereit, zu verhandeln und ihnen Jesus auszuliefern. Jesus weiß aber schon vorher, was geschehen ist und geschehen wird, er entlarvt den Verräter und kündigt seine Verurteilung an. Das passiert beim sogenannten letzten Abendmahl mit seinen Jüngern.

Am nächsten Tag wird Jesus festgenommen und beschuldigt, Gott zu verhöhnen. Judäa steht unter römischer Herrschaft, was Jesus vor Pontius Pilatus führt. Es kommt zur Vernehmung und wenn Jesus nur ein einfacher Geistlicher wäre, wäre er für Pilatus keine politische Bedrohung und könnte wieder freikommen. Pilatus entlässt zu der jüdischen Festzeit immer einen Gefangenen. Doch das Volk macht Druck, sie wollen Jesus tot sehen und stattdessen, dass ein anderer Gefangener namens Barabas entlassen wird. Somit ist Pilatus gezwungen dem Volk seinen Wunsch zu erfüllen.

Dort setzt die Passionsgeschichte ein. Jesus wird beschuldigt, sich als König der Juden ausgesprochen zu haben (eine Inschrift, die man auf seinem Kreuz wiederfindet), deswegen muss er viele verschiedene Demütigungen durchleben, wie zum Beispiel eine Dornenkrone zu tragen. Sein Weg zur Verurteilung ist ein langer und beschwerlicher.

Traditionen zum Karfreitag

Die Qual und die Tötung von Jesus Christus sind die zentralen Elemente dieser Feierlichkeit, die auch als Kreuzweg bekannt sind. So heißt auch eine Prozession, die in manchen Kirchen an dem Tag gefeiert wird.

In vielen romanischen Staaten ist Karfreitag ein Feiertag, an dem der Kreuzweg noch einmal intensiv nachempfunden wird. Es gibt auch beeindruckende Prozessionen mit verschiedenen Stationen, die Anzahl variiert, doch das Ziel ist das Gleiche: Das Leid Jesu nachfühlen. Die liturgische Farbe ist rot, das steht vor allem für das vergossene Blut.

Außerdem ist es bei den Christen Brauch, an Karfreitag auf Fleisch zu verzichten. Manche essen den ganzen Tag nicht. Viele gehen in Schwarz gekleidet in den Gottesdienst, ebenfalls ein Zeichen der Trauer. Doch auch wenn an diesem Tag getrauert wird, lässt sich Karfreitag auf keinen Fall feiern ohne die Osterfreude im Blick zu haben, denn an Ostern wird gefeiert, dass Jesus wieder auferstanden ist.

• Sophie Kausch
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