Phubbing, was ist das?

Phubbing, was ist das?

Du willst deiner Freundin etwas erzählen, aber sie hört gar nicht zu, weil sie ist mit ihrem Smartphone beschäftigt ist? Damit bist du nicht allein. Dieses als störend und vor allem auch als unhöflich empfundene Nutzen des Smartphones ist ein gesellschaftliches Phänomen, das unter dem Begriff Phubbing zusammengefasst wird.

Bedeutung von Phubbing

Phubbing ist ein Wort, das 2013 von einer Werbeagentur erfunden wurde. Es setzt sich aus den Wörtern „phone“ und „snubbing“ zusammen, was wörtlich „Telefonbrüskierer“ bedeutet. Phubbing beschreibt die zunehmende Problematik, dass sich Menschen mit ihrem Smartphone oder Handy beschäftigen, während sie mit anderen Menschen gesellschaftlich verkehren und diese dadurch vernachlässigen. 

Ab wann bin ich ein Phubber?  

Wenn du nicht anders kannst, als ständig auf dein Smartphone zu starren, während du mit deiner Familie oder Freunden unterwegs bist, es wichtiger findest auf SMS, Whatsapp- und Snapchat-Nachrichten zu beantworten, als mit deinem realen Gegenüber zu kommunizieren oder dich die Neuigkeiten auf Facebook, Twitter oder Instagram mehr interessieren, als die Geschichten deiner Familie, deiner Kollegen oder Freunde – ja, dann fällst du definitiv in die Kategorie Phubber. 

Phubbing durch ständige Erreichbarkeit

Das Phänomen des Phubbing wurde nun auch Gegenstand einer Veröffentlichung im renommierten "Journal of Applied Social of Psychology". Laut Vanessa Lalo, einer auf digitale Anwendungen spezialisierten klinischen Psychologin, geschieht Phubbing nicht bewusst, sondern das Herausnehmen und Anschauen des Smartphones ist eine mechanisch Handlung.

Das Problem mit dem Phubbing erklärt Lalo so: „Wenn Sie ein Smartphone  in der Tasche haben, sind Sie verpflichtet, alles zu beantworten. Ansonsten sind Sie ein schlechter Freund, ein schlechter Ehepartner, ein schlechter Mitarbeiter, ein schlechter Mensch. Wir sind nicht unhöflich: Das Smartphone erlaubt es uns, verbunden zu bleiben, aber es ist eine permanente Nabelschnur.

Phubbing - nicht nur unhöflich sondern besorgniserregend

Das gesellschaftliche Phänomen des Phubbing breitet sich immer mehr aus. Während vor allem ältere Generationen das ständige Starren auf Handy und Smartphone als als Unhöflichkeit empfinden, spielen die Betroffenen das Ganze meist herunter. Doch mit dem technologischen Fortschritt greift das Verhalten vor allem bei jungen Menschen immer mehr um sich und kann besorgniserregenden Tendenzen annehmen. 

So sieht Catherine Lejealle, eine französische Soziologin, im Phubbing die Gefahr, an einem Burnout zu erkranken: „Wenn man dem Handy nicht mehr widerstehen kann, ist es erst einmal persönlich anstrengend, bevor man damit unhöflich wird. Diese Herrschaft der geteilten Aufmerksamkeit, wird irgendwann Konzentrationsprobleme und Ermüdungserscheinungen hervorrufen. Wir bitten unser Gehirn, ständig zu wechseln. Wir ermüden unnötig, wir lassen die Maschine überhitzen: Das ist ein Burnout.

Wie kann ich Phubbing verhindern?

Wie Vanessa Lalo im "Journal pf Applied Social Psychology" schreibt, berühren wir unser Smartphone etwa 300 Mal am Tag. Damit dies nicht dazu führt, dass wir zu Phubbern mutieren, hat Lao einen Rat: „Werde wieder zum Herrscher über dein digitales Leben: Als Mensch brauchen wir Momente des Nichtstuns, Momente, in denen wir uns erholen.

• Sophie Kausch
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