Schlaflosigkeit, kein Appetit und gedrückte Stimmung: Alles zum Thema Sommerdepression

Schlaflosigkeit, kein Appetit und gedrückte Stimmung: Alles zum Thema Sommerdepression

Fühlst du dich unruhig, kannst schlecht ein- oder durchschlafen und hast keinen Appetit? Das könnte daran liegen, dass du an einer sogenannten saisonal abhängigen Depression, kurz SAD leidest. Denn die schönen, warmen Tage mit viel Sonne und Licht sorgen nicht bei allen Menschen für Glücksgefühle. Während die Krankheit im Winter allgemein bekannt ist, leiden auch im Sommer 4 - 6 Prozent der Menschen an der Sommerdepression. 

Wenn wir Depressionen in Zusammenhang mit der Jahreszeit bringen, denken wohl die meisten an ein Winterdepression. Doch gegensätzlich zu der häufigen Annahme tritt ein solches Phänomen nicht nur im Winter auf. 

Was ist eine Sommerdepression?

Winterdepressionen und Sommerdepressionen gehören zu den sogenannten saisonal affektiven Störungen, kurz SAD. Diese Sonderform der Depression charakterisiert sich durch das Auftreten von depressiven Symptomen in Zusammenhang mit einer bestimmten Jahreszeit. Die Sommerdepression ist weitaus seltener und tritt meist mit weniger ausgeprägten Symptomen auf als die Winterdepression.

Syptome der Sommerdepression

Eine Sommerdepression mach sicht durch Unruhe, Einschlafschwierigkeiten und allgemeine Schlaflosigkeit und mangelnden Appetit bemerkbar. Darüber hinaus treten die für Depressionen typischen Symptome auf, also gedrückte Stimmung, Interesse- und Freudlosigkeit, verminderter Antrieb und schnellere Ermüdung. Auch ein vermindertes Selbstwertgefühl, Pessimismus und Schuldgefühle können Anzeichen für eine Sommerdepression sein. 

Wer ist Sommerdepressionen betroffen?

Ungefähr 4 - 6 Prozent der Bevölkerung sind von einer Sommerdepression betroffen, meisten sind es vor allem Frauen zwischen 20 und 40 Jahren.   

Ursachen der Sommerdepression

1. Biochemische Prozesse

Während im Winter Lichtmangel als Auslöser gilt, tritt die Sommerdepression aufgrund des Lichtüberschusses auf. Die Sonneneinstrahlung während der hellen Jahreszeit hat Auswirkungen auf die Melatonin-Produktion und auf unseren Schlafrhythmus. Durch das vermehrte Licht im Sommer wird die Melatoninausschüttung vermindert, was den Schlafrhytmus durcheinander bringt. Dieser Umstand führt aber nicht nur zu Schlafstörungen, sondern auch zu einer Veränderung verschiedenster biochemischer Prozesse, die in weiterer Folge eine Depression auslösen können. Auch die Seratoninproduktion (ein Hormon, das die Stimmung beeinflusst) kann durch die veränderten Tages- und Nachtzeiten durcheinander geraten. Bei einer Verminderung des Serotoninspiegels im Gehirn kann es dann zu depressiven Symptomen kommen.

2. Einsamkeit und Schuldgefühle

Der Anspruch, dass es uns gut geht, ist im Sommer grösser, als in anderen Jahreszeiten. Das Gefühl, dass wird die Möglichkeiten nicht nutzen, führt dazu, dass wir uns bedrückt fühlen. 

Meistens sind Menschen, die einsam sind anfällig für Sommerdepressionen. Viel Sonne und warme Tempraturen locken die Menschen nach draussen, Freunde verabreden sich zu Grillabend, Familien fahren zu Baden an den See - kurz, der Sommer wird am liebsten in Gesellschaft genossen. Wer aber nicht mit seinem Partner, seiner Familie oder Freunden das schöne Wetter geniessen kann, respektive dem Klima der Lebensfreude nicht entsprechen kann, fühlt sich von der allgemeinen Heiterkeit um sich herum unter Druck gesetzt. 

Zusätzlich zur gehemmten Lebensfreude wird die Sommerdepression von Unruhe, Schlaflosigkeit und mangelndem Appetit begleitet, was die Lebensfreude zusätzlich hemmt. Es beginnt ein Teufelskreis, da der ständige innere Druck etwas Aufregendes zu verpassen die Laune immer weiter hinunterzieht. Die Betroffenen ziehen sich zurück und meiden den Kontakt zu Mitmenschen, was sie noch einsamer und unglücklicher macht. 

3. Komplexe

Außerdem wachsen mit dem Sommer auch die Komplexe. Während diese im Winter, gut versteckt unter all den Kleidern, ausgeblendet werden können, kommen diese mit den schönen Tagen zurück. Denn der Körper wird mehr zur Schau gestellt, mehr gesehen und stärker kritisiert.

Leidest du an einer Sommerdepression?

Es gibt spezielle Kriterien dafür, ob eine saisonale Verstimmung vorliegt. Ist es bereits der zweite Sommer in Folge, in dem du die typischen Symptome aufweist, ist eine Sommerdepression sehr wahrscheinlich. In den anderen Jahreszeiten hingegen darf es keine Depression gegeben haben. 

Was hilft gegen Sommerdepression?

Wenn die Symptome über Wochen anhalten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, damit eine Diagnose gestellt und mit einer Therapie mit Antidepressiva oder und einer Psychotherapie begonnen werden kann.

Regelmässige körperliche Aktivität kann vor allem bei leichten und mittelschweren Deprssionssymptomen helfen, respektive vorbeugend wirken. 

 

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