Was macht eigentlich Conchita Wurst?

Was macht eigentlich Conchita Wurst?

Dragqueen Conchita Wurst wurde durch ihren Auftritt und Sieg am Eurovision Song Contest 2014 zu Botschafterin für Toleranz und Freiheit. Doch was macht die Kunstfigur mit der Wahnsinns-Stimme eigentlich heute?

Mit dem Song stimmgewaltigen Song "rise like a phönix" hatte Conchita Wurst 2014 am Eurovision Song Contest für Österreich den Titel nach Hause geholt. Mit den glamourösen Kleidern, den langen Wimpern und der Langhaar-Perrücke, die im Kontrast zum Bart standen, war mit Conchita ein Medienphänomen geboren. Geschaffen hatte die Kunstfigur Travestiekünstler und Sänger Tom Neuwirth.

Von der Kunstfigur verabschiedet

Der Ruhm war aber leider nur von kurzer Dauer, das Interesse am Paradiesvogel ist schnell abgeflacht. Die Tournee im Herbst 2017 floppte, viele Konzerte mussten abgesagt werden, weil zu wenig Tickets verkauft wurden. Heute denkt Conchita über eine Musik-Karriere als Mann nach. Wann die langen Haare und Wimpern genau verschwinden sollen, weiß Conchita zwar nicht. Aber sie präsentiert sich in der Öffentlichkeit bereits viel männlicher. Sie trägt Männer-Klamotten statt glamouröse Kleider, der Bart ist länger und dichter, das Make up schlichter.

From Vienna With Love

Im Oktober 2018 wird aber nochmals ein Album erscheinen, dass von der Kunstfigur Conchita eingesungen wurde, wenn auch bereits mit Muskelshirt statt Abendgarderobe. Das Werk mit dem Titel "From Vienna with Love" hat Conchita gemeinsam mit den Wiener Symphonikern aufgenommen. Und Neuwirth steht auch weiterhin noch als Conchita auf der Bühne - etwa bei einem Duett mit der Powerfrau Anastasia oder als Moderatorin der Austrian Music Awards. Man darf also gespannt sein, wann und vor allem ob die Kunstfigur Conchita wirklich abgelegt wird.

Das HIV-Outing

Gegenwärtig macht Conchita mit einem Post in den sozialen Netzwerken von sich reden. „Ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv“, schreibt Conchita Wurst (29) in einem langen Instagram-Post am Sonntagabend. Seit sie die Diagnose kennt, ist die ESC-Siegerin von 2014 in medizinischer Behandlung und „seit vielen Jahren unterbrechungsfrei unter der Nachweisgrenze, damit also nicht in der Lage, den Virus weiter zu geben“.

Der Grund für den Zeitpunkt des Outings ist schlimm: Ein Ex-Freund der Österreicherin habe gedroht, die Information öffentlich zu machen. Deshalb geht sie selbst in die Offensive: „Ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen.“

Eigentlich wussten nur Familie, Freunde und Sexualpartner von der Diagnose. Um diesen Menschen Aufmerksamkeit zu ersparen, habe sie die Information unter Verschluss gehalten. Jetzt das HIV-Outing. „Coming Out ist besser als von dritten geoutet zu werden. Ich hoffe, Mut zu machen und einen weiteren Schritt zu setzen gegen die Stigmatisierung von Menschen, die sich durch ihr eigenes Verhalten oder aber unverschuldet mit HIV infiziert haben.“

• Sophie Kausch
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