Sie filmen einen Orang-Utan in großer Verzweiflung. Wie kann der Mensch nur so grausam sein?

Sie filmen einen Orang-Utan in großer Verzweiflung. Wie kann der Mensch nur so grausam sein?

Die Tierschutzorganisation International Animal Rescue hat kürzlich ein Video veröffentlicht, auf dem ein Orang-Utan zu sehen ist, der verzweifelt versucht, einen Bagger davon abzuhalten, seinen Lebensraum zu zerstören und die letzten Bäume des Torfgebiets Sungai Putri zu entwurzeln. Die Bilder müssen uns Menschen eine Mahnung sein.

Der Ausgang des Kampfes ist leider schon vorbestimmt. Der Orang-Utan kann ihn nicht gewinnen. Die Tierschutzorganisation International Animal Rescue hat erst kürzlich ein Video veröffentlicht, auf dem der verzweifelte Kampf eines Borneo-Orang-Utans gegen einen Bagger im indonesischen Regenwald zu sehen ist. Der Menschenaffe stürmt todesmutig gegen den Bagger an, der gerade einen Baum entwurzelt hat. Er balanciert auf dem entwurzelten Baumstamm auf den Bagger zu und versucht, ihn zu packen. Doch im letzten Moment verliert er das Gleichgewicht und stürzt ab. Vermutlich hat ihn schon der Pfeil eines Betäubungsgewehrs getroffen und bewegungsunfähig gemacht. Er fällt in die den Boden übersäenden Äste und Zweige.

Abholzung zerstört den Lebensraum der Menschenaffen 

Zum Glück konnte das Tier von Mitgliedern der Tierschutzorganisation gerettet werden. Letztere erklärt auf Facebook, dass jetzt nach einem Zufluchtsort für den Menschenaffen gesucht wird. „Leider kommen Szenen wie diese in Indonesien immer häufiger vor. Die Waldzerstörung ist der Untergang der Orang-Utan-Bevölkerung. Sie beraubt die Menschenaffen ihres natürlichen Lebensraums, ihrer Unterkünfte und ihrer Nahrungsquellen. Die Affen verhungern und sterben aus“, schreibt Intenational Animal Rescue und fügt hinzu, dass der im Video gezeigte Affe mehr Glück als viele seiner Artgenossen hatte und von den Mitgliedern der Organisation gerettet werden konnte.

Eine vom Aussterben bedrohte Art

Die Szene ist 2013 im Torfgebiet von Sungai Putri aufgenommen worden, einem der letzten Zufluchtsorte der Borneo-Orang-Utans. Ein fragiles Ökosystem, das seit der verheerenden Waldbrände von 2015 zwar unter Schutz steht, doch weiterhin von Abholzunternehmen, der Papierindustrie und der Palmölindustrie heimgesucht wird.

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Die Borneo-Orang-Utans stehen als vom Aussterben bedrohte Art auf der roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN - International Union for Conservation of Nature). Tatsächlich sind nach einer zwischen 1999 und 2015 realisierten Studie an die 150.000 dieser großen Affen der Abholzung und der Ausbeutung natürlicher Ressourcen zum Opfer gefallen. Es soll heute weltweit nur noch 70.000 bis 100.000 ihrer Art geben.

Borneo ist einer der letzten Plätze unserer Welt, an denen noch wilde Orang-Utans leben. Und die Wissenschaftler befürchten, dass bis Ende der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts noch weitere 45.300 Opfer der Waldrodung werden. Ohne von all denen zu sprechen, die bis dahin von Wilderern und Jägern dezimiert worden sind.

Zoe Klaus
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