In großer Verzweiflung wagt ein deutscher Glaser den entscheidenden Schritt!

In großer Verzweiflung wagt ein deutscher Glaser den entscheidenden Schritt!

Weil die Glaserei Sterz aus Cuxhaven einfach keine Auszubilden finden konnte, hat sich Glasermeister Sven Sterz etwas Besonderes einfallen lassen - und damit „aus Versehen“ einen viralen Hit produziert. 

Ein gelungenes Video

Glasermeister Sterz wandelte seine Verzweiflung in Kreativität: Weil er einfach keine Azubis finden konnte, produzierte er ein Video und teilte dies auf Facebook. Darin ist er selbst zu sehen. Nachdem er eine Glasscheibe fallen lässt, erklärt Sterz völlig gelassen, worauf es ihm bei der Suche seiner neuen Azubis ankommt - und vor allem worauf nicht: "Mich interessiert nicht, wo du herkommst, oder welche Schulbildung du hast. Aufgeben oder abbrechen der Ausbildung so nach dem Motto 'die anderen sind Schuld' sind keine Option: Ich bin immer für dich da.“

Video entpuppt sich als viraler Hit 

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Weiter erklärt der Glasermeister sympathisch und offen, dass er den neuen Azubis ein Angebot mache, das er ablesen müsse, da er es selbst kaum glauben könne: Unter anderem biete er bei positivem Verlauf der Ausbildung 100 Euro über Ausbildungsvergütung im Monat von Anfang an, sowie Übernahme der Reiskosten, da die Berufsschule in Bremen ist. Zudem sichert Sterz finanzielle Hilfe bei dem Führerschein zu, sowie Sonderzahlungen bis zu 500 Euro bei guten Noten. Durch die trockene und sympathische Art des Glasermeisters wurde das Video auf Facebook zum viralen Hit. Ganze 74.000 Mal wurde es geteilt und 4,8 Millionen Mal angesehen. Und die Aufmerksamkeit hat sich gelohnt: Statt zweien hat Sterz sogar drei Azubis gefunden, zwei Jungen, Max und Finn, und ein Mädchen, Laura.

Schwere Zeiten für Unternehmen, Azubis zu finden

Bundesweit klagen Unternehmen derzeit über Fachkräftemangel, wie auch die Glaserei Sterz am eigenen Leibe erfahren musste. Wie Hubert Schöffmann, bildungspolitischer Sprecher des bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) erklärt, fehlen „85 Prozent der Fachkräfte im Bereich der beruflich Qualifizierten.“ Und dies bringe Unternehmen schließlich in ernsthafte Schwierigkeiten: „Wenn ihnen die Fachkräfte fehlen, können ihre Auftragsbücher noch so gut gefüllt sein – sie können die Aufträge dann nicht mehr bedienen.“ Die Gründe dafür sind klar benennbar: Die immer niedriger werdende Geburtenrate sorgt für kleinere Abschlussklassen, von denen immer mehr Schüler ein Studium statt einer Ausbildung anstreben. Inzwischen stehen 1,33 Millionen Azubis 2,75 Millionen Studenten gegenüber.

 

Feline Daniel
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