Ihr Körper fühlt sich nach Gel an, aber es ist leider keine Hautcreme

Ihr Körper fühlt sich nach Gel an, aber es ist leider keine Hautcreme

Immer wieder klagt eine Frau über rätselhafte Störungen ihres Körpers - bis die Ärzte endlich die Ursache finden, vergehen drei lange Jahre...

Eine Patientin, die Rätsel aufgibt: Als die Frau über Wahrnehmungsstörungen klagt, wissen die Ärzte noch lange nicht, was wirklich die Ursache für ihre Beschwerden ist, wie der Spiegel berichtet.

Es beginnt mit einem seltsamen Körpergefühl 

Alles fängt damit an, dass die Frau Ende 50 das Gefühl hat, dass eine gelartige Substanz in ihren Körper eindringt - doch gleichzeitig weiß sie, dass sie definitiv keine Creme auf der Haut hat. Sie sucht Dermatologen auf, diese inspizieren ihre Haut. Jedoch erfolglos - sie finden keine Ursache und schicken die Patientin nach Hause. Die Beschwerden halten allerdings monatelang an. In den nächsten drei Jahren landet sie weitere zehn Male in der Notaufnahme, die Ärzte vermuten Wahnvorstellungen. Dann kommen jedoch immer weitere körperliche Beschwerden hinzu. 

Ärzte vermuten neurologisches Problem

Als auch noch Rückenschmerzen hinzu kommen und die Frau mehrmals hinfällt, weil ihr rechtes Bein plötzlich nachgibt, erwägen die Mediziner erstmals ein neurologisches Problem, dessen Ursprung im Rückenmark liegt. Hinzu kommt, dass die Frau Urin und Stuhl zeitweise nicht mehr halten kann - die Ärzte haben einen Verdacht: Cauda-Equina-Syndrom. Bei der Krankheit ist im unteren Teil der Wirbelsäule der Kanal für das Rückenmark etwa durch eine verrutschte Bandscheibe so sehr verengt, dass die Nervenfasern gequetscht und im schlimmsten Fall beschädigt werden. Zu den Folgen zählen neben starken Rückenschmerzen auch Wahrnehmungsstörungen rund um die Oberschenkel und Inkontinenz. Doch eine Untersuchung im MRT zeigt keinerlei Symptome der Krankheit, wieder wird die Frau ohne Erklärung für ihre Beschwerden nach Hause geschickt.

Erst MRT der gesamten Wirbelsäule offenbart die Wahrheit  

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Die mittlerweile 62-Jährige kann bei ihrem erneuten Besuch bei den Medizinern ihren Haushalt kaum mehr allein bewältigen: Beim Gehen wirkt sie unkoordiniert, ihr fehlt Kraft in den Händen. Zu diesem Zeitpunkt reichen die Wahrnehmungsstörungen vom Hals abwärts, Hände und Leistengegend sind besonders betroffen. Die Frau beschreibt, ihr Körper fühle sich wie eine nasse, gelartige Substanz an. Dieses Mal ordnen die Ärzte einen MRT der gesamten Wirbelsäule an - und tatsächlich: Der Scan enthüllt, was ihr seit drei Jahren fehlt: Sie leidet unter einem extremen Engpass im Wirbelkanal, in dem das Rückenmark verläuft. Allerdings liegt die Stelle nicht am unteren Ende der Wirbelsäule, sondern ganz oben am Hals.

OP und bleibende Schäden 

Sofort ordnen die Mediziner eine Operation an. Mithilfe eines kleinen Schnitts an der Vorderseite des Halses bahnen sich die Neurochirurgen einen Weg zur Wirbelsäule. Dort entfernen sie die Bandscheibe, die auf das Rückenmark drückt, und ersetzen sie durch Implantate. Die OP verläuft gut, die Frau erholt sich schnell. Neun Monate später haben sich die Wahrnehmungsstörungen zwar verbessert, sind aber nicht ganz verschwunden. Die Patientin hat die Kraft in der Hand zurückgewonnen, kann ihre Finger wieder präzise bewegen, die Blase kontrollieren und auch besser gehen. Allerdings wird sie ihren vorherigen Zustand nie wieder völlig zurückerlangen, da die OP zwar das Fortschreiten der Krankheit verhindert hat, die bereits entstandenen Nervenschäden jedoch nicht rückgängig gemacht werden können. 

Maximilian Vogel
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