Wenn in Australien Hunderte kleiner giftiger Baby-Spinnen schlüpfen

Wer an Spinnenphobie leidet, sollte jetzt lieber wegsehen! In einem Reptilienpark in Australien sind jetzt Hunderte winziger Giftspinnen geschlüpft. Die kleinen Tierchen sehen vielleicht gruselig aus, doch tragen wesentlich dazu bei, Leben zu retten.

Wenn in Australien Hunderte kleiner giftiger Baby-Spinnen schlüpfen
©
Wenn in Australien Hunderte kleiner giftiger Baby-Spinnen schlüpfen

Die Freude im Reptilienpark von Somersby in Australien war groß, als kürzlich an die hundert Spinnenbabys der berüchtigten Sydney-Trichternetzspinne Atrax robustus schlüpften. Die kleinen Tierchen, die so giftig beißen können, tragen zur Herstellung eines wertvollen Gegengifts bei, mit dem jährlich zahlreiche Menschenleben gerettet werden.

Als ein Bewohner von Matcham an der Küste des australischen Bundesstaates New South Wales in seinem Garten einen Kokon mit Spinnenbabys der Sydney-Trichternetzspinne (Atrax robustus) fand, hatte er die Wahl: Entweder anzünden und wegrennen oder den Kokon zum Reptilienpark von Somersby bringen. Glücklicherweise entschied er sich für den Reptilienpark!

Ein wertvolles Gift

Obwohl in Australien jährlich zahlreiche Bisse der Atrax robustus, einer der gefährlichsten Spinne der Welt, gemeldet werden, ist es seit 1980 und seit der Einführung eines besonders wirksamen Gegengifts zu keinem Todesfall mehr gekommen. Das Gift der Atrax robustus ist wertvoll, weil daraus ein Gegengift gegen zahlreiche andere Trichternetzspinnenarten gewonnen wird.

Wenn der Biss der Atrax robustus auch nicht unbedingt tödlich sein muss, so kann er doch folgende Symptome auslösen: Prickeln der Zunge und rund um den Mund, Gänsehaut, unkontrollierter Speichelfluss, tränende Augen, Erbrechen, Übelkeit, Muskelkrämpfe, Wasser in den Lungen und erhöhter Blutdruck. Daher ist das Gegengift in jedem Falle hilfreich, selbst bei harmloseren Bissen.

Die Spinnen im Reptilienzentrum werden von Experten gemolken. Dann wird das gewonnene Gift an ein Labor geschickt, um daraus das wertvolle Gegengift zu herzustellen. Erstaunlicherweise stellt nicht für alle Säugetiere das Gift der Atrax robustus eine Gefahr dar. Zahlreiche Nicht-Primaten reagieren weniger empfindlich darauf und überleben hundertmal stärkere Dosierungen als Menschen.

Daher wird das Gift im Labor Kaninchen injiziert. Diese leiden zwar nicht unter den beim Menschen auftretenden Symptomen, doch ihr Immunsystem entwickelt Antikörper, um ihren Organismus zu schützen. Anschließend wird ihnen Plasma entnommen, aus dem dann das Gegengift hergestellt werden kann. Wird dieses dem Opfer eines Spinnenbisses injiziert, bindet es sich mit dem Gift im Körper und neutralisiert es somit.

Eine gute Nachricht

Letztes Jahr gab es eine Spinnenknappheit. Daher startete der Reptilienpark einen Aufruf, Spinnen einzufangen und sie zu bestimmten Sammelpunkten zu bringen. Um dabei nicht von den Spinnen gebissen zu werden, hatte der Park eine Liste mit zu befolgenden Sicherheitsmaßnahmen zusammengestellt und noch einmal daran erinnert, dass Kinder nicht an der Aktion teilnehmen sollten. Das Schlüpfen der Babyspinnen ist für den Park eine ausgezeichnete Nachricht!

Ein kleines Mädchen schläft friedlich auf dem Kindersitz im Auto... Doch ihr Vater weiß, wie die Kleine sofort wach zu bekommen ist! Ein kleines Mädchen schläft friedlich auf dem Kindersitz im Auto... Doch ihr Vater weiß, wie die Kleine sofort wach zu bekommen ist!