Bruno 2.0: Wildtierkamera entdeckt "scheues" Wesen in deutschen Wäldern
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Bruno 2.0: Wildtierkamera entdeckt "scheues" Wesen in deutschen Wäldern

Bruno 2.0: Wildtierkamera entdeckt "scheues" Wesen in deutschen Wäldern

In der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober wird im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ein scheues Wildtier von einer Kamera dokumentiert. Almbauern schlagen Alarm, während Tierfreunde und Experten dazu auffordern, Ruhe zu bewahren.

13 Jahre ist es her, seitdem Bär Bruno Bayern unsicher gemacht hat und der zum Medienstar mutierte Bär schließlich von unbekannter Hand erschossen wurde. Seit Juni diesen Jahres ist nun erneut ein Braunbär mehrmals gesichtet worden.

Stimmen der Panik

Im Juni wird ein Bär von einer Wildkamera im Klausenwald bei Reutte (Österreich) aufgenommen. Kurz darauf werden bereits Stimmen der Panik laut. Christian Angerer, Tiroler Landwirt und Obmann der Bezirkslandwirtschaftskammer, sagt gegenüber der Tiroler Tageszeitung:

Diese Nähe ist besorgniserregend. Unser Vieh ist zwar von den Almen zurück, aber noch nicht in den Ställen und steht überall im Reuttener Talkessel auf den Heimweideflächen. Der Bär hätte einen gedeckten Tisch.

Mahnungen zur Vernunft und Ruhe

Doch Bezirksjägermeister Arnold Klotz aus Reutte gibt sofort Entwarnung, als zum zweiten Mal ein Bär in der Umgebung gesichtet wird. Es sei davon auszugehen, dass es sich um ein und denselben Bären handele, da zwei Bären in der Region sehr unwahrscheinlich seien. Auch habe sich das Tier bisher sehr unauffällig und scheu verhalten, es ginge also keine unmittelbare Gefahr von ihm aus.

Wie das Bayerische Landesamt für Umwelt berichtet, ist jetzt ein Bär im Landkreis Garmisch-Patenkirchen von einer Wildtierkamera erwischt worden. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass es sich um den gleichen Bären handelt, der erstmals im Juni aufgetaucht war und der höchstwahrscheinlich aus Italien stammt. In der Pressemitteilung des Landesamts heißt es:

Die nächste Bärenpopulation befindet sich im italienischen Trentino, etwa 120 km von Bayern entfernt. Dort leben zurzeit etwa 60 Bären, mit leicht steigender Tendenz. Eine Bärenpopulation breitet sich nur sehr langsam aus. Es ist nicht zu erwarten, dass Bären sich in Bayern dauerhaft ansiedeln.

Bär als Hoffnungsträger

Auch Tessy Lödermann, Vorsitzendes des Tierschutzvereins Garmisch-Patenkirchen sieht von dem Braunbären keine Gefahr ausgehen. Im Gegenteil, für sie wird der Bär zum Hoffnungsträger. Sie setzt darauf, dass das menschenscheue Tier, den Ruf der Bären wieder herstellen wird, den das aggressive Auftreten von Bruno vor 13 Jahren sehr geschadet hatte - schließlich sind nicht alle Bären so handzahm, wie dieser Grizzly.

Tatsächlich hat noch niemand Bruno 2.0 tatsächlich gesehen, seine Präsenz in Bayern ist nur durch die Aufnahmen der Fotofallen bewiesen. Für Lödermann verhält er sich, wie ein vorbildlicher Bär. Er ist menschenscheu und richtet nirgends Schaden an, wie Merkur.de schreibt.

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