Roter Bart, aber braune oder blonde Haare: Wie geht das?

Roter Bart, aber braune oder blonde Haare: Wie geht das?

Bärte scheiden die Geister. Während die einen sie cool und stylisch finden, finden die anderen sie ekelig, ungepflegt und voll von Bakterien. Einige Männer haben einen roten Bart, obwohl sie überhaupt nicht rothaarig sind, wie z.B. der Schauspieler Christian Bale. Das wissenschaftliche Geheimnis über die Herkunft der Farbe ist erst kürzlich gelüftet worden. 

Dass rothaarige Männer wie Prinz Harry einen roten Bart haben, ist keine Seltenheit. Doch hast du dich schon einmal gefragt, warum ein braunhaariger Mann einen roten Bart hat? Das liegt an seinen Genen und an Mutation. In einem Artikel auf Motherboard der Zeitschrift Vice versucht der Journalist Adriaan Schiporst, dem Ursprung dieses Phänomens auf den Grund zu gehen.

Dafür hat er Kontakt mit dem Erfocentrum, dem nationalen Informationszentrum für Genetik und Erbeigenschaften. Dort erklärte ihm Petra Haak-Bloem, Angestellte am Institut, dass die Haarfarbe von einem unvollständig dominanten Erbgang abhängt, das heißt von Genen, die sich gegenseitig beeinflussen und keines das andere dominiert.

Pigmentierung: Erbe von einem entfernten Vorfahren

Haarfarbe und Farbe von Bart, Achselhaaren, oder Schamhaaren können also verschieden sein, da man Gene eines entfernten Vorfahren erben kann, die zu denen der Eltern hinzukommen. Zusätzlich zur Kombination der Gene hängt die Haarfarbe auch von der enthaltenen Melaninmenge ab, die durch die DNA definiert wird.

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Peter Haak-Bloem erklärte außerdem: „Bei Menschen eines hellen Hauttyps hängt die Haarfarbe von zwei Typen von Melanin ab. Eumelanin (schwarze Pigmente) und Pheomelanin (rote Pigmente). In den Kapillaren von braunhaarigen Menschen ist nur Eumelanin enthalten. Blonde haben davon deutlich weniger. Und das Haar und die Behaarung von Rothaarigen beinhaltet hauptsächlich Pheomelanin.“ 

Mutation des Melancortin-1-Rezeptors

Des Weiteren haben Wissenschaftler herausgefunden, dass der sogenannte Melanortin-1-Rezeptor (MC1R), der vor wenigen Jahren erst entdeckt wurde, eine große Rolle bei Rothaarigen spielt. Der MC1R produziert ein Protein namens Melanocortin 1, das Pheomelanin in Eumelanin umwandelt.

„Wenn jemand zwei mutierte Versionen von MC1R erbt, dann wird weniger Pheomelanin in Eumelanin umgewandelt. Pheomelanin sammelt sich also in den Pigmentzellen und sorgt dafür, dass die betroffene Person rote Körperbehaarung und einen eher helleren Hautton hat“, erklärt Petra Haak-Bloem. Und wenn nur ein MC1R mutiert ist, kann es vorkommen, dass die Haare an manchen Körperstellen rot sind. Das Geheimnis ist also endlich gelüftet.

Dimitrij Wolf
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