Psychologie: Können wir ohne Sex leben?

Psychologie: Können wir ohne Sex leben?

In unserer heutigen Gesellschaft ist Sex überall. Und überall haben die Menschen immer weniger Sex. Was ist mit den Leuten, die gar keinen Sex haben? Kann man ohne Sex leben?

Seit einiger Zeit häufen sich die Studien, die bestätigen, dass wir immer weniger Menschen Sex haben, und manche gehen sogar so weit zu sagen, dass 2030 ganz damit Schluss ist.

Kann man denn überhaupt ohne Sex leben? Und wenn ja, wie? Warum werden jene, die sich für eine platonische Beziehung entscheiden, als merkwürdig angesehen?

Die Sexualität ist keine Lebensnotwendigkeit, sie entspringt einem psychologischen und keinem körperlichen Bedürfnis. Und dieses Bedürfnis ist bei jedem anders.

Fest steht jedoch: je länger die Abstinenz, desto mehr gewöhnt sich der Körper daran und verfällt in eine Art Ruhezustand. Um diesen sexuellen Ruhestand auszugleichen, eignet sich Sport wunderbar und hilft, den Kontakt zum eigenen Körper aufrechtzuhalten.

Es gibt unterschiedliche Abstinenz-Typen

Jene, die der Psychoanalyst J.-D. Nasio „die sexuell Desillusionierten" nennt. Diese Personen hatten mal eine Sexualität, wurden enttäuscht und möchten dadurch nie wieder verletzt werden.

Weiter gibt es jene Abstinenzler, die Zeit für sich möchten. Denn an sich zu denken, kann auch zu sexueller Abstinenz führen.

Außerdem gibt es platonische Pärchen. Oder jene, die es geworden sind. Der Psychologe Jean-Michel Fitremann erklärt: „Sexuelle Frustration kann psychosomatische Symptome zur Folge haben (...) je länger die Abstinenz dauert, desto mehr Geduld erfordert es, sich wieder darauf einzulassen."

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Wichtig ist daher, aufeinander zu hören und sich nicht zu einer Sexualität zwingen zu lassen, die uns unsere Gesellschaft auferlegen möchte.

Lea Pfennig
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