Von der Antike bis heute: Diese Sexualpraktiken haben es in sich

Von der Antike bis heute: Diese Sexualpraktiken haben es in sich

Je nach Land und Zeit unterscheiden sich die Sexualpraktiken der Menschen grundlegend, und viele sind für uns heute durchaus überraschend. Wir stellen euch acht dieser ungewöhnlichen Sitten aus anderen Zeiten und Ländern vor.

Antike in Ägypten, Griechenland und Rom

In Ägypten war die Masturbation in der Öffentlichkeit früher absolut zulässig, denn sie galt als Glaubensbekenntnis. Tatsächlich masturbierten die Ägypter am Ufer des Nils, um dem Urgott Atum zu huldigen, der durch Masturbation die Götter der Luft und der Feuchtigkeit erschaffen hatte und von dem man glaubte, dass er die Gezeiten bestimmt.

Außerdem hatte Königin Kleopatra ein mit Bienen gefülltes Papyrus als Sexspielzeug. Und ja, das Summen der Bienen fungierte als das, was man heute einen Vibrator nennen würde... An Einfallsreichtum mangelte es den alten Ägyptern ganz offensichtlich nicht!

In der Antike waren kleine Penisse in Griechenland sehr begehrt. Ein kleiner Penis stand für Geschick und Intelligenz. Der Historiker Thierry Eloi erklärt im Gespräch mit dem französischen Nachrichtenmagazin L’Obs:

In Rom ist ein großer Penis etwas Schreckliches, etwas Abwertendes, denn er steht nicht im Verhältnis zum Körper. Auch römische Statuen werden immer von sehr kleinen Penissen geziert.

Mittelalter in Frankreich

Im Mittelalter war es in Frankreich Gang und Gäbe, dass ein Mann von seiner Frau für ein Verfahren wegen Impotenz vor Gericht gestellt werden konnte, wenn die Frau fand, dass sie nicht genug miteinander schliefen. Der Mann musste sich daraufhin von dem Gericht und einem medizinischen Gutachter untersuchen und verhören lassen.

Bestand der Mann die Prüfung nicht, ging man zum Geschlechtsverkehr über. Das heißt, der Mann musste vor allen Beteiligten mit seiner Frau Sex haben. Wenn ihm der Akt vor versammelter Mannschaft gelang, konnte er über seine Frau triumphieren, gelang es ihm jedoch nicht, war sein Ruf für immer geschädigt.

17. Jahrhundert und 18. Jahrhundert

Im England des 17. Jahrhunderts hatten die Frauen eine recht originelle Art, jemandem ihre Liebe zu gestehen: Sie schenkten ihm ein Brot in Form einer Vulva, auch als Cockle Bread bekannt.

Im 18. Jahrhundert war es unter Verliebten, die für längere Zeit getrennt sein würden, Brauch, dass sie eine Taschenuhr mit einem Foto von dem/der Liebsten bei sich trugen. Doch schnell wurden aus diesen Porträts der Liebsten erotische Bildchen. Diskret und wirkungsvoll.

Und heute?

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Im Himalaya in Nepal leben auf 3.000 Metern die Nyinba, und sie haben eine sehr außergewöhnliche Tradition, was Sexualpraktiken in der Ehe angeht. Dort betreibt man nämlich brüderliche Polyandrie, das heißt, eine Frau heiratet alle Brüder einer Familie. Doch aktuell scheint es, als habe diese Tradition keine Zukunft.

In Kolumbien betreibt der Stamm der Guajiros, wie kürzlich in dem Film Birds of Passage gezeigt, einen Fruchtbarkeitstanz. Bei diesem umkreist eine Frau einen Mann solange, bis er umfällt. Anschließend muss er sich ihr in Anerkennung ihres Sieges hingeben.

Sarah Kirsch
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