Upskirting: Der Voyeurismus-Trend, der in Deutschland nach wie vor nicht strafbar ist

Upskirting ist ein neuer unheimlicher Voyeurismus-Trend. Es handelt sich definitiv um eine sexuelle Aggression, die in den meisten Fällen nicht einmal strafbar ist und in Deutschland bisher noch höchstens als Ordnungswidrigkeit oder als Beleidigung mit sexuellem Hintergrund gilt. Mit unserem Video klären wir dich auf!

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Im Sommer werden die Röcke wieder kürzer und die Kleidung leichter werden. Doch leider zieht das auch die Blicke schlecht gesinnter Männer an, die eine neue Art von Voyeurismus entdeckt haben: das Upskirting. Upskirts sind unerlaubte Fotos, die heimlich unter den Röcken fremder Frauen gemacht werden, entweder um sich daran aufzugeilen, sie zu veräußern oder als Trophäen zu benutzen. Verstärkt wird der ungesunde Trend noch durch die explosionsartige Verbreitung von Amateur-Pornofotos und -Videos im Netz und in den sozialen Netzwerken. Upskirting ist eine neue Form von Voyeurismus, bei dem sich die Spanner an auf der Straße, auf Rolltreppen oder in öffentlichen Transportmitteln heimlich aufgenommenen nackten Beinen und Körperteilen ihrer nichtsahnenden Opfer ergötzen.

Eine Zwanzigjährige zeigt allen ihr Höschen

Bisher fällt das Upskirting in den meisten Ländern in eine Gesetzeslücke und wird nicht einmal geahndet. Es gilt vielerorts noch nicht als sexuelle Aggression. In Deutschland wird es höchstens als Ordnungswidrigkeit betrachtet oder gilt als Beleidigung mit sexuellem Hintergrund, während es in den Vereinigten Staaten und Australien bereits Gegenstand der öffentlichen Debatte und strafrechtlicher Gesetzgebung ist.

In Russland prangert eine junge Dame namens Anna Dovgaliouk das unsittliche Fotografieren seit 2017 mit einem Video an, auf dem sie in der Metro und auf der Straße vor Passanten ihr leuchtend rotes Kleidchen hochhebt und den Blick auf ihr Höschen freigibt. Die Zwanzigjährige, die viele Fans auf Instagram hat und schon mehrmals mit ihren feministischen Initiativen aufgefallen ist, nennt ihr Video, mit dem sie dem Upskirting den Kampf ansagt, „Was ist denn da unter meinem Rock?“ Sie will damit auf das unerhörte und für Frauen sehr erniedrigende männliche Verhalten aufmerksam machen und klarmachen, dass es sich dabei um eine Aggression handelt, die als solche geahndet werden sollte.

In England und Wales gilt Upskirting künftig als Straftat und soll mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. Der von der Abgeordneten Wera Hobhouse eingebrachte Gesetzentwurf ist zwar zweimal abgelehnt worden, hat dann nach der dritten Lesung schließlich doch die letzte Hürde genommen. Besser spät als nie, Deutschland...