Bier oder Paracetamol? Was ist besser gegen Schmerzen?
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Bier oder Paracetamol? Was ist besser gegen Schmerzen?

Wer Schmerzen verspürt, greift oft schnell zu Schmerzmitteln um sich eine schnelle Linderung zu verschaffen. Doch das ist vielleicht gar nicht so eine gute Idee. Das behaupten britische Wissenschaftler. Ihre Ergebnisse sorgen für hohe Wellen, denn auch Bier spielt bei ihrer Studie eine Rolle.

Hast du Kopfschmerzen? Oder Gliederschmerzen? Wie wäre es mit einem Bier zum entspannen? Dieser Vorschlag ist gar nicht so absurd, wie er klingt. Denn bei einer bestimmten Menge wirkt Alkohol effizienter gegen Schmerzen als die klassischen Schmerzmittel. Das behauptet zumindest eine britische Studie, die Ende 2016 im Magazin The Journal of Pain veröffentlicht wurde.

Dafür haben Wissenschaftler der Universität Greenwich die Ergebnisse aus 18 Versuchen mit ungefähr 400 Teilnehmern ausgewertet. Diese Versuche bestanden darin, die Wirkung unterschiedlicher alkoholischer und nicht-alkoholischer Getränke auf Schmerzen in Abhängigkeit von Schmerzgrenze und Schmerzintensität.

Nach der Metaanalyse konnten die Wissenschaftler feststellen, dass bei einem Blutalkoholgehalt von 0,8 Promille „die Schmerzgrenze leicht sinkt“ und „zu einem starken bis leichten Rückgang der Schmerzintensität führt“. Dieser Blutalkoholgehalt entspricht etwa zwei Gläsern Bier.

Alkohol, ein effektives Schmerzmittel

Dieses Ergebnis „zeigt uns, dass Alkohol ein effektives Schmerzmittel ist, das zu einer klinisch relevanten Senkung der Schmerzintensität führt“, schreiben die Forscher. In der Studie konnte allerdings nicht herausgefunden werden, wie Alkohol Schmerz stillt, ob zum Beispiel die Rezeptoren im Gehirn betroffen sind oder ob es eher mit der Angst zusammenhängt, die das Schmerzempfinden generell steigert.

In einem Interview mit dem britischen Magazin The Sun erklärt Dr. Trevor Thomson, Leiter der Forschungsgruppe: „Wir haben verlässliche Beweise dafür gefunden, dass Alkohol ein effektives Schmerzmittel ist. Vergleichbar ist er mit Opioiden wie etwa Codein, doch die Wirkung von Alkohol ist noch effektiver als die von Paracetamol.“ Die Forscher warnen allerdings davor, vorsichtig zu sein.

Denn diese Studie soll nicht dazu aufrufen, bei ganz leichten Kopfschmerzen gleich zu einem Glas Bier zu greifen. Zum Vergleich: 0,8 Promille entsprechen der Promillegrenze in Großbritannien und Kanada. Aber der Wert liegt über der Promillegrenze in Deutschland, wo das Alkohollimit auf 0,5 Promille festgelegt ist. Außerdem soll die Studie nicht aussagen, dass Alkohol gut für die Gesundheit ist.

Genuss in Maßen

„Wenn man zu viel trinkt, kann das zu langfristigen gesundheitlichen Probleme führen“, betont Rosanne O'Connor aus dem britischen Gesundheitsministerium. Sowohl Männern als auch Frauen wird nahegelegt, die Menge von 4 normalen Gläsern auf einmal nicht zu überschreiten und an mindestens einem Tag pro Woche auf Alkohol zu verzichten.

Unter Berücksichtigung dieser Risiken könnte die britische Studie dennoch neue Wege bei der Behandlung von Schmerzen öffnen. „Wenn wir es schaffen, eine ähnliche Behandlung ohne die schädlichen Nebenwirkungen zu erzielen, könnten wir etwas erreichen, das mehr Potential hat, als das, was es aktuell gibt“, erklärt Dr. Thomson weiter.

Außerdem könnte die Entdeckung der Wissenschaftler „den exzessiven Alkoholkonsum von Patienten mit anhaltenden Schmerzen erklären, die zu diesem Mittel greifen trotz der schädlichen Konsequenzen auf lange Sicht“, wurde weiter geschlussfolgert.

Von der Redaktion

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