"Black Lives Matter": Disney-Parks stehen wegen Attraktion im Kreuzfeuer der Kritik
"Black Lives Matter": Disney-Parks stehen wegen Attraktion im Kreuzfeuer der Kritik
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"Black Lives Matter": Disney-Parks stehen wegen Attraktion im Kreuzfeuer der Kritik

Die Attraktion Splash Mountain in den Vergnügungsparks Disney World in Florida und Disneyland in Kalifornien gerät ins Visier von Petitionen. Der Grund dafür: Sie wird als rassistisch eingestuft.

Seit George Floyd bei seiner Verhaftung durch die Polizei in Minneapolis (USA) auf schreckliche Weise ums Leben kommt, reißen die Protest- und Solidaritätskundgebungen unter dem Motto Black Lives Matter weltweit nicht ab. Zusätzlich gibt es immer mehr Petitionen, die sich gegen rassistische Handlungen oder Ereignisse richten. Nach dem Olympischen Komitee ist nun auch Disney von manchen dieser Petitionen betroffen.

Ein umstrittener Disney-Film

Eine der Petitionen prangert die Attraktion Splash Mountain an, die sich in den Vergnügungsparks Disney World in Florida und Disneyland in Kalifornien befindet. Das Problem dabei? Die Umgebung, durch die diese Wildwasserbahn führt, beruht auf einem Spielfilm der Disney-Studios: Onkel Remus' Wunderland.

Dieser Film, im Original Song of the South, erscheint 1946 und spielt im Süden der USA. Im Mittelpunkt stehen ehemalige Sklaven und die Herren einer Baumwollplantage. Zahlreiche rassistische Elemente ziehen sich durch den Film sowie durch seine Lieder, zu denen der berühmte Song Zip-a-Dee-Doo-Dah gehört.

Immer wieder hitzige Debatten

Bereits in der 1940er Jahren sorgt der Streifen für hitzige Debatten. Er ist der einzige Disney-Film, der nicht auf DVD erscheint. Außerdem sucht man ihn auf der neuen Streaming-Plattform Disney+ vergeblich. Laut dem ehemaligen Geschäftsführer von Walt Disney, Bob Iger, wird dies auch nie der Fall sein.

Seit ich Geschäftsführer bin, habe ich den Eindruck, dass "Song of the South" einfach nicht in unsere heutige Zeit passt (...). Es wäre sehr schwierig, solche Filme heute herauszubringen, deshalb haben wir uns dafür entschieden, es nicht zu tun.

Küss den Frosch als Ersatz?

Eine der Petitionen zu diesem Thema, die bereits 6.000 Unterschriften zählt, schlägt vor, das Thema der Wildwasserbahn zu ändern.

Ich denke, es ist wichtig, dass unsere Generation und die zukünftigen Generationen miterleben, wie ein derartig einflussreiches Unternehmen eine Attraktion schließt, die die schwarze Kultur unterdrückt, und sie durch eine andere ersetzt, die die schwarze Kultur hochleben lässt.

Eine andere Petition, die bereits mehr als 20.000 Unterstützer zählt, geht noch weiter. Sie fordert, dass das Thema der Attraktion durch Küss den Frosch ersetzt wird.

Der Rahmen der Fahrt könnte problemlos so verändert werden, dass Tianas Geschichte erzählt wird, und das ohne die Fahrt zu sehr zu beeinträchtigen oder Disney ein Vermögen für den Umbau zu kosten. Dadurch könnte das beleidigende Stereotyp des derzeitigen Themas beseitigt und die bitter notwendige Diversität in die Parks gebracht werden.

Es gibt sogar schon Vorschläge, wie die neue Version aussehen könnte. Das Ergebnis scheint die Internetnutzer zu begeistern, die sich darüber einig sind, dass das derzeitige Thema schnell geändert werden muss.

Von Martin Gerst

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