Fat Bear Week 2019: Das hat die dickste Bärin mit Body Positivity zu tun

Fat Bear Week 2019: Das hat die dickste Bärin mit Body Positivity zu tun

Nein, das ist kein Scherz! In Kanada findet tatsächlich seit 2014 jährlich die Wahl zum dicksten Bär statt. Fans wählen den Bär, der die schönsten Rundungen hat - doch von Fat-Shaming keine Spur!

Bären sehen nicht nur kuschelig aus, sie haben auch ein großes Herz. Deshalb fiel die Wahl bei der Fat Bear Week 2019 auf die dickste Bärin nicht schwer. Denn die diesjährige Gewinnerin hat bewiesen, dass sie nicht nur richtig dick ist, sondern dass sie vor allem Herz hat.

Dick, dicker, am dicksten

In Kanada findet jedes Jahr im alaskischen Katmai National Park auf Facebook ein Schönheitswettbewerb unter Bären statt. Gewählt wird aber nicht die/ der Schönste, sondern die/der Dickste. Und das auch nicht wirklich - also im Sinne von Body Positivity. Aber von vorne!

Vor dem Winter fressen sich Bären eine richtig dicke Fettschicht an, damit sie den Winterschlaf gut überstehen. Durch die Bilder des Nationalparks auf Facebook wird dem Betrachter erst so richtig bewusst, wie kugelig und kuschelig die BärInnen unmittelbar vor dem Winterschlaf aussehen. Das ist für Kanada ein guter Anlass, zu wählen, welcher Bär dabei am erfolgreichsten ist.

Die dickste Bärin

Auf der Facebook-Seite des Katmai National Park kann jeder, der sich dafür interessiert, seine Stimme abgeben. Das Ergebnis der Fat Bear Week 2019: Holly wurde zur dicksten Bärin gekürt.

Oder doch nicht?

Tatsächlich ist Holly garantiert nicht der dickste Bär im Nationalpark - dafür ist ihre männliche Konkurrenz einfach zu groß: denn während weibliche Bären nur bis zu 270 Kilogramm schwer werden können, bringen ihre männlichen Artgenossen es gut und gerne auf satte 400 Kilogramm.

Wie hat Holly da gewinnen können? Die Antwort ist simpel. Es geht den Machern der Fat Bear Week nicht darum, akribisch zu ermitteln, welcher Bär der fetteste ist. Die Leute sollen ganz nach eigenem Empfinden ihre Stimme abgeben.

Wichtiger als Fakten, sind Emotionen

Park Ranger Mike Fitz, der 2014 die Idee zur Fat Bear Week hatte, erklärt gegenüber jetzt:

Du kannst einbeziehen, wie sehr ein Bär innerhalb des Jahres gewachsen ist, etwa Bärenjunge oder Teenage-Bär. Vielleicht beziehst du andere Faktoren wie besondere Herausforderungen mit ein, etwa bei Mutterbärinnen, die ihre Jungen aufziehen müssen, oder ältere Bären, die es schwerer haben.

Tatsächlich war Bärin Holly schon vor der Wahl bekannt. Sie hat das Junge einer Artgenossin adoptiert und aufgezogen - eine für Bären ungewöhnlich selbstlose Tat. Das hat ihr die Liebe und die Stimmen vieler Menschen eingebracht.

Und was hat das Ganze jetzt mit Body Positivity zu tun?

Es geht nicht wirklich darum, dass der Wettbewerb unterstreichen würde, dass Rundungen schön und prachtvoll sind. Was der Bärin den Sieg verschafft hat, ist nicht ihre pralle Figur. Sondern ihre rührende Geschichte, vielleicht auch ihr einzigartiges Fell, das sie von anderen Bären abhebt.

Ihre Persönlichkeit, besondere Merkmale, das, was sie von anderen unterscheidet - das alles macht sie zu etwas Besonderem. Auch bei Body Positivity geht es darum, die Einzigartigkeit unserer Körper zu feiern und nicht einen Trend - eine schlanke Figur - durch einen neuen - eine kurvige Figur - zu ersetzen.

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Schönheit ist ein komplexes Konzept, das sich nicht auf einen einzigen Faktor reduzieren lässt - und das ist auch gut so! Aber seht selbst: In dem Video weiter oben könnt ihr Holly in Gewinnerpose betrachten.

Sarah Kirsch
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