Narren trauen ihren Ohren nicht, als er diesen dreckigen Witz reißt!

Narren trauen ihren Ohren nicht, als er diesen dreckigen Witz reißt!

In der TV-Prunksitzung „Fastnacht in Franken“ wird Frankreichs First Lady Brigitte Macron ordentlich zur Sau gemacht - was direkt eine handfeste Debatte auslöste, die die Frage stellt: Wie weit dürfen Witze im Rahmen von Fasching gehen?

In Zeiten der #meToo-Debatte, in der sich immer mehr prominente Frauen zu Wort melden, werden Witze über Frauen vor Publikum mehr als sensibel aufgefasst. Auch der Fasching scheint da keine Ausnahme zu bilden, wie man am Beispiel der Komödiantentruppe „Altneihauser Feierwehrkapell'n“ aus der Oberpfalz nun gezeigt bekommt. 

Was war passiert? 

Auf der TV-Prunksitzung am Freitag ließ sich die Feuerwehrmannschaft mit ihrem Kommandanten Norbert Neugirg minutenlang über den Altersunterschied von Frankreichs Präsident Macron und seiner Frau Brigitte aus. Dabei wurde Brigitte Macron unter anderem als „gut eingefahr'nen Schlitten“ und „gut abgehang'ne Dame“ bezeichnet. Am Schluss der Darbietung stimmte die Truppe noch ein Lied auf die Melodie von „Pigalle“ ein: „Brigitte, Brigitte, du bist die schärfste alte Hütte mitten in Paris“. 

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So fielen die Reaktionen aus 

Auch wenn nur vereinzelt aus dem Publikum Buh-Rufe zu vernehmen waren, entbrannte im Internet dafür eine heiße Debatte. Im Gästebuch der „Altneihauser Feierwehrkapell'n“ schimpften die Zuschauer über die Witze der Truppe. So bezeichneten sie die Äußerungen unter anderem als „Altherrenwitzjauche“, „primitiv“, „unglaublich beleidigend“ und „unverschämt“. Doch auch gnädige Stimmen wurden laut: „Ihr Beitrag über die Macrons war grenzwertig, aber im Fasching muss man so was abkönnen. Weiter so! Political correctness ist im Fasching völlig unangebracht!“

Kritiker sehen ebenfalls eine Grenze überschritten

Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder äußerte sich hingegen kritisch gegenüber der Sache.„Das war mutig und dumm. Das ist ein übles Foul, das nach hinten losgegangen ist“, so der Professor für vergleichende Kulturwissenschaften der Universität Regensburg. Hirschfelder gab zu, dass Witze zu Zeiten des Karnevals derbe sein dürfen und auch sollen, rief aber gleichzeitig zur Differenzierung auf: „Der Sinn des Karnevals besteht in seiner politischen Diktion darin, auf politische Missstände hinzuweisen und nicht Menschen in ihrer persönlichen Lebenssituation zu diffamieren.“ Ergänzend fügte der Experte für Karnevalsforschung hinzu: „Das heißt nicht, dass man Macron nicht wegen seiner politischen Fehler hart angreifen darf.“

 

• Feline Daniel
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