Brustkrebs: Ein Cholesterinderivat soll neue Therapieansätze ermöglichen

Brustkrebs: Ein Cholesterinderivat soll neue Therapieansätze ermöglichen

Ein Cholesterinderivat soll hemmend auf die Entwicklung der Tumorzellen von Brustkrebs wirken. Diese Entdeckung machte ein französisches Forscherteam des onkologischen Forschungszentrums von Toulouse. Ihre Forschungen sollen nun vertieft werden, um neue Behandlungsmöglichkeiten daraus zu entwickeln. 

Vor einiger Zeit schon haben Forscher entdeckt, dass ein körpereigenes Cholesterinderivat namens Dendrogenin A (DDA) krebshemmende Eigenschaften hat, d. h. vor der Entwicklung von Tumorzellen schützt.

Doch sobald dieses Molekül in Kontakt mit Krebszellen kommt, verschwindet es und macht einem anderen Molekül Platz, dem OCDE (6-Oxo-Cholestan-3β,5α-Diol) mit entgegengesetzter Wirkung: Es treibt die Bildung von Tumorzellen noch an.

Das Forscherteam des onkologischen Forschungszentrums hat sich also mit dem Transformationsprozess auseinandergesetzt, um eine Lösung zu finden, das zu vermeiden und so die Entwicklung von Krebszellen zu verhindern.  

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Wirksam im Falle von dreifach negativem Brustkrebs

„Wir haben gefunden, wie sich durch Anwendung verschiedener Strategien die Bildung des die Krebszellen fördernden OCDOs verhindern lässt. Das eröffnet ganz neue Therapieansätze im Falle aggressiver Tumorarten wie dem dreifach negativen Brustkrebs, für den bis heute noch keine zielgerichtete Behandlung möglich ist,“ erklärt der Wissenschaftler Marc Poirot, einer der Forscher des Teams, das jetzt den Grund des Verschwindens von DDA und der Bildung von OCDO entdeckt hat.

Dendrogenin A kann möglicherweise in den 15 bis 20 % der sogenannten dreifach negativen Brustkrebsarten wirksam eingesetzt werden, gegen die Östrogenhemmer bisher versagt haben.

Nach diesen neu gewonnen Erkenntnissen werden sich die Wissenschaftler nun erstmals klinischen Versuchen widmen können. In zwei Jahren soll es zu einer intensiven Zusammenarbeit mit dem medizinischen Team des onkologischen Instituts kommen. „Wir forschen nicht nur, sondern wir arbeiten auch eng mit den Ärzten zusammen, die in direktem Kontakt mit Patienten stehen. So kommen wir schneller voran und können direkt auf die Tumore einwirken,“ sagt Marc Poirot, der hofft, schnell neue Therapieansätze gegen die dreifach negativen Mammakarzinome zu entdecken. 

• Sophie Kausch
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