Waris Dirie: Die "Wüstenblume" macht weiter auf die Beschneidung von Mädchen aufmerksam

Waris Dirie ist eine wahre Inspiration für die Mädchen und Frauen dieser Welt. Als kleines Mädchen in Somalia erfährt sie die Qualen der Genitalverstümmelung. Heute klärt sie über dieses grausame Ritual auf und macht die Welt damit ein bisschen besser.

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Waris Dirie ist Topmodel, Bestseller-Autorin und Menschenrechtsaktivistin. 1965 kommt sie in einer Nomadenfamilie in Somalia, im Nordosten von Afrika, zur Welt. Ihr Name bedeutet “Wüstenblume” und wird ihr später viel Bekanntheit und Respekt einbringen.

Die Lebensgeschichte von Waris Dirie

Als sie fünf Jahre alt ist, wird sie, wie so viele Mädchen auf dem afrikanischen und asiatischen Kontinent, beschnitten und erleidet unsagbare Schmerzen.

Im Alter von 13 Jahren soll sie an einen Mann verheiratet werden. Das Mädchen will nicht verheiratet werden und flüchtet zu ihrer Oma. Später lebt sie bei ihrer Tante in Mogadischu, der Hauptstadt Somalias.

Waris’ Onkel ist Botschafter in London. Als Teenager schickt man sie zu ihm, wo sie ohne Bezahlung als Dienstmädchen für ihn arbeitet. Nachdem in Somalia der Bürgerkrieg ausbricht, muss der Onkel London verlassen.

Waris lebt eine Zeit lang in den Straßen Londons und später in einem Heim des YMCA. Ihren Lebensunterhalt verdient sie als Reinigungskraft bei einer Filiale der Fast-Food-Kette McDonalds.

Schließlich entdeckt sie der Fotograf Terence Donovan, als Waris 18 Jahre alt ist. Daraufhin gelingt ihr der Durchbruch als Topmodel. In den Folgejahren leiht sie ihr Gesicht unter anderem Chanel, L’Oreal, Versace und Cartier.

In den ersten Zügen ihrer Model-Karriere wird sie neben Naomi Campbell fotografiert und ist auf zahlreichen Cover verschiedener Modezeitschriften zu sehen, unter anderem auch der Vogue.

1987 ist sie sogar in einem James-Bond-Film zu sehen. Aber trotz ihres großen Erfolgs ist sie nicht glücklich. Denn ihr Trauma, das die Beschneidung mit ihren Folgen hervorgerufen hat, sitzt zu tief.

Genitalverstümmelung

Dabei werden die äußeren Geschlechtsteile ganz oder teilweise herausgeschnitten. Diese Praktik wird vor der Pubertät und nicht selten mit Glasscherben durchgeführt.

Rund jedes vierte Mädchen stirbt dabei oder an den Folgen des blutigen Eingriffs. Diejenigen, die ihn überleben, haben oft ihr Leben lang körperliche und seelische Schmerzen.

1997 spricht sie erstmals in einem Interview darüber und löst weltweites Entsetzen aus. Diese grausame Tradition ist überwiegend in Afrika und Teilen Asiens verbreitet.

Noch im selben Jahr wird sie UN-Sonderbotschafterin für Genitalverstümmelung und besucht ihre Familie in Somalia. Nur ein Jahr später erscheint auch ihr Buch "Wüstenblume". Seitdem setzt sie sich für den Kampf gegen Genitalverstümmelung ein.

Anfang der 2000er gründet sie die "Desert Flower Foundation". Das Ziel der Stiftung ist es, weltweit auf weibliche Genitalverstümmelung, der Female Genital Mutilation (FGM) aufmerksam zu machen.

Außerdem hilft die Organisation betroffenen Frauen. Waris hält flammende Reden, spricht oft bei politischen Veranstaltungen und sogar in Brüssel vorm EU-Parlament.

Große humanitäre Ziele

Waris Dirie wird also nicht aufhören, Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt zu helfen. Mit dieser Mission hat sie Erfolg: Mit ihrer Stiftung setzt sie sich unter anderem für mehr Bildung in Afrika ein.

2016 ruft sie ein Patenschaftsprogramm ins Leben, das den süßen Namen “Rette eine Wüstenblume” trägt. Allein dieses Projekt hat bereits über 1.000 Mädchen in Sierra Leone vor FGM bewahrt.

Außerdem baut das Topmodel Schulen im Land und hat dort ein Safe House errichtet, in dem Mädchen, die vor FGM fliehen, Schutz finden können.

Mittlerweile hat Waris zwei Söhne und lebt in Danzig in Österreich. Sie ist eine selbstlose Frau, für die kein Ziel zu schwierig erscheint! Was für eine Inspiration für uns alle!