Auswirkungen der Pandemie: Geburtenrate in wohlhabenden Ländern geht zurück!

Eine neue Studie sieht einen Abfall der Geburtenrate in mehreren Ländern mit hohem Einkommen. Die Corona-Pandemie soll einen beträchtlichen Teil zu dieser Entwicklung beitragen.

Auswirkungen der Pandemie: Geburtenrate in wohlhabenden Ländern geht zurück!
Weiterlesen
Weiterlesen

Das Fachmagazin Proceedingsder US-nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht eine vorläufige Studie, der zufolge die Geburtenraten in mehreren Ländern zurückgehen.

Im Hinblick auf frühere Pandemien sollen Expert:innen schon im Voraus erwartet haben, dass in diesem Jahr weniger Kinder geboren werden. Doch die Ergebnisse sind divers.

Weniger Geburten in mehreren Ländern

Die Forschenden betrachten 22 Länder mit hohem Einkommen, die ca. 35 Prozent aller weltweit gemeldeten Covid-19-Fälle für sich beanspruchen. Sieben von ihnen verzeichnen einen erheblichen Rückgang der Bruttogeburtenziffern.

Südeuropa ist besonders betroffen. In Italien (-9,1 %), Spanien (-8,4 %) und Portugal (-6,6 %) ist der Unterschied am größten. Die Vereinigten Staaten von Amerika liefern ähnliche Zahlen.

Ein wichtiger Faktor in der Geschichte

In der Demografie-Forschung geht man davon aus, dass Pandemien sich auch auf Empfängnis und Geburten auswirken. So ist die Geburtenrate in den USA aufgrund der Spanischen Grippe von 1918 auf 1919 um 13 Prozent gesunken.

Wie die Quoten in der Zukunft aussehen werden, lässt sich allerdings nur schwer vorhersagen. Dafür gibt es laut dem Kurzbericht der Studie mehrere Gründe.

Werden die Geburtenraten weiter sinken?

Das Fertilitätsniveau hat sich bis heute durch neue sozioökonomische Umstände stark verändert, weswegen Schätzungen zur Spanischen Grippe nur begrenzt aussagekräftig sind.

Auch die fehlende familiäre Unterstützung oder Probleme bei der häuslichen Kinderbetreuung sind Faktoren, die diese Entwicklung beeinflussen können.

In der Anfangsphase der COVID-19-Ausbrüche in Deutschland, Frankreich, Spanien und dem Vereinigten Königreich wurden Umfragedaten zum Kinderwunsch erhoben.

Aus diesen geht hervor, dass 73 % der Menschen, die im Jahr 2020 ein Kind bekommen wollten, beschlossen haben, ihre Pläne zu verschieben oder ganz aufzugeben.

Die Studie liefert also nur ein vorläufiges Bild über die momentane Situation. In Zukunft muss die Lage erneut analysiert werden, um eine korrektere Prognose möglich zu machen.