Covid-19: Eine Probandin des Moderna-Impfstoffs berichtet
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Covid-19: Eine Probandin des Moderna-Impfstoffs berichtet

Leila Macor arbeitet in Miami als Korrespondentin der Agence France Presse (AFP). Sie entscheidet sich, an den klinischen Tests der dritten Phase des Moderna-Impfstoffes teilzunehmen, der bis zu 94,5 Prozent wirksam sein soll. Jetzt berichtet sie über Nebenwirkungen.

Mit dem Auftreten des Coronavirus hat das weltweite Wettrennen um einen wirksamen Impfstoff begonnen. Tausenden von Freiwilligen werden für die Teilnahme an klinischen Tests gesucht, an denen die Wirksamkeit des Impfstoffs getestet werden soll.

Wettrennen um Corona-Impfstoff

In diesem November gehen verschiedene, an einem solchen Corona-Impfstoff arbeitende Pharmafirmen mit guten Nachrichten an die Öffentlichkeit. Zunächst der Pfizer-Konzern mit seinem zu 90 Prozent wirksamen Impfstoff, dann die französische Firma Sanofi, schließlich das amerikanische Biotechnologieunternehmen Moderna mit der Ankündigung eines zu 94,5 Prozent wirksamen Impfstoffs.

Im Miami entschließt sich die AFP-Korrespondentin Leila Macor als freiwillige Testperson mitzumachen. Sie erklärt, wieso sie an den klinischen Tests von Moderna teilnimmt. Ihr Erfahrungsbericht beginnt mit einer persönlichen Anteilnahme:

Mein Vater ist in Chile am Coronavirus gestorben, nur drei Wochen vor Beginn der klinischen Tests bei Pfizer und Moderna Ende Juli. Er ist ganz einsam gestorben, wie fast alle Menschen, die diesem Virus erliegen. In seiner Verwirrung ist er jedoch überzeugt, entführt worden zu sein.

Eine schwierige Situation, die die persönliche Trauerarbeit beeinflusst. Leila Macor verfolgt die Pandemie-Entwicklung mit klopfendem Herzen und als sie die Möglichkeit bekommt, am Impfstoff-Test teilzunehmen, zögert sie nicht lange:

Während meine Brüder, meine Mutter und ich versuchen, mit diesem Verlust fertig zu werden, muss ich mich noch einer anderen Realität stellen: Miami und Florida ganz allgemein stellen ein neues Epizentrum desselben Virus dar, das für den Tod meines Vaters verantwortlich ist. Und meine berufsmäßge Aufgabe ist, über die Pandemie und auch über die anderen Toten zu berichten.
Ich bespreche mich mit Freunden und Bekannten. Alle helfen mir bei der Bewertung, dass eine mögliche Nebenwirkung des Impfstoffs für eine Asthmatikerin wie mich geringere Risiken bringt, als tatsächlich ernsthaft am Virus zu erkranken. So entscheide ich mich, teilzunehmen.

Welche Typen von Testpersonen sind gefragt?

Die Journalistin Leila Macor erklärt, dass vor allem Menschen mit einem hohen Infektionsrisiko dazu aufgerufen werden, sich zu bewerben. Darunter fallen unter anderem Ärzte, Taxifahrer als auch Journalisten.

Die Verabreichung des Versuchs-Impfstoffs erfolgt dann in zwei Stufen. Jede Testperson erhält 2400 Dollar, über die zwei Jahre Testdauer hinweg. Die Journalistin berichtet weiter:

Man erklärt mir dann die zu erwartenden Nebenwirkungen (Schmerzen an der Stelle der Injektion, Fieber, Schüttelfrost) und dass wir insgesamt 30.000 Testpersonen sind: Eine Gruppe davon erhält den Impfstoff, die andere ein Placebo.
Probandin berichtet: Regelmäßige Blutproben werden gemacht.  Peter Dazeley@Getty Images

Regelmäßige Blutproben

Nach einigen Blutproben macht die Journalistin auch einen Schwangerschaftstest. Die Ärzte erinnern sie dabei daran, dass sie unbedingt empfängnisverhütende Maßnahmen beachten muss:

Wir wissen noch nichts über die Auswirkungen des Virus auf Föten. Ich muss auch eine für den Test konziperte Applikation herunterladen, in die ich Körpertemperatur und Symptome eingeben muss.

Einen Monat später erhält die Journalistin die zweite Dosis des Impfstoffs, sie beschreibt die Folgen als heftiger, denn sie dauern über zwei Tage lang an. Die Einstichstelle wurde ganz warm und geschwollen.

Für Leila Macor ist die Teilnahme an diesen klinischen Tests eine Art Trauerarbeit. In unserem Video könnt ihr die Geschichte von Leila Macor genauer entdecken. Gegenüber den Medien gibt sie ihre ganz persönliche Motivation für die Teilnahme zu:

Ich tue es für meinen Vater und für die absurde Welt, die uns das Virus hinterlässt. Selbst wenn sie winzig ist, es ist die einzige Waffe, mit der ich zur Bekämpfung des Virus beitragen kann.
Von Maximilian Vogel

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