Deutsche Studie zeigt: Coronavirus schädigt Organe auch bei mildem Verlauf

Oftmals entwickeln Covid-Patient:innen nur milde Symptome. Doch auch diese vermeintlich harmlosen Verläufe können Folgen haben.

Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) finden heraus, dass auch milde Corona-Verläufe zu Organschäden führen können.

Untersuchung auf Folgeschäden

Im Rahmen der Hamburg City Health Study wurden über 400 Menschen mehrere Monate nach ihrer Corona-Infektion auf Folgeschäden hin untersucht. Alle Studienteilnehmer:innen im Alter zwischen 45 und 74 Jahren waren ungeimpft.

Ihre ursprüngliche Covid-Erkrankung verlief mild: Von den Teilnehmer:innen wurden fast alle lediglich ambulant behandelt, niemand von ihnen lag auf der Intensivstation. Und doch konstatieren die Forschenden im Nachhinein Organschäden.

Nieren, Lunge und Herz betroffen

Drei Organe weisen der Studie nach Abweichungen zu Vergleichsgruppen auf, die auf eine Schädigung durch die Covid-19-Infektion hindeuten: Die Nieren, die Lunge und das Herz.

Demnach fällt die Filterleistung der Nieren um zwei Prozent schwächer aus. Das Lungenvolumen sinkt durchschnittlich um drei Prozent und die Pumpleistung des Herzens verringert sich um etwas weniger als zwei Prozent.

Omikron bereitet Sorgen

Das Gehirn scheint hingegen von Folgeschäden verschont zu bleiben. Insgesamt fallen die festgestellten Abweichungen eher gering aus: So klagen die Teilnehmer:innen denn auch nicht über einen spürbaren Verlust an Lebensqualität.

Dennoch zeigen sich die Forschenden besorgt. Sie betonen die Bedeutung ihrer Erkenntnisse besonders mit Blick auf die bald vorherrschende Omikron-Variante:

Die Erkenntnis, dass selbst ein milder Krankheitsverlauf mittelfristig zur Schädigung diverser Organe führen kann, hat höchste Bedeutsamkeit gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Omikron-Variante.

Anders als die in der UKE-Studie festgestellten Organschäden, deutet bei Long Covid vieles auf psychosomatische Ursachen. Und über Long Covid hinaus können Corona-Infektionen auch zu anderen, teils schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen. Inwieweit die Omikron-Variante diese Phänomene verstärken wird, ist bislang offen.

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