Gehaltserhöhung für schwangere Mitarbeiterinnen: Ein Berliner Start-up zeigt, wie Gleichberechtigung geht

Gehaltserhöhung für schwangere Mitarbeiterinnen: Ein Berliner Start-up zeigt, wie Gleichberechtigung geht

Bei Gleichberechtigung in Bezug auf Gehalt ist noch sehr viel zu tun. Was aber dieses Berliner Start-up für ihre schwangeren Mitarbeiterinnen leistet, sollte als Vorzeigemodell für viele Firmen gelten.

Am Arbeitsplatz kämpfen Frauen noch immer sehr stark um Gleichberechtigung, auch wenn sich in Bezug auf Geschlechterverteilung bei Stellen sowie in Chefpositionen schon sehr viel positiv verändert.

Gleichberechtigung für Schwangere

Doch vor allem für Frauen, die sich gewollt oder ungeplant für ein Mutterdasein entscheiden, ist noch sehr viel zu tun. Denn bei vielen Frauen gibt es leider noch immer nicht beides gleichzeitig: Entweder man ist Mutter und das am besten nicht sexy oder man betreibt Karriere.

Schwangere Frauen haben es nicht leicht in der Arbeitswelt, anders bei Einhorn - Drazen_ / Getty Images

Anders bei Einhorn, einem vor ca. fünf Jahren gegründeten Berliner Start-up. Gründer Waldemar Zeiler sieht Mitarbeiterinnen, die schwanger werden als Bereicherung. Gegenüber der Absatzwirtschaft sagt er:

Wenn jemand Familie bekommt, kommt er eigentlich noch dichter an Einhorn heran. Wenn man Kinder bekommt, hat man einen ganz anderen Sinn im Leben.

Eine Frau, die Mutter wird, bleibt eher in einem Unternehmen verwurzelt, als eine junge Frau, die ihren Weg erst finden will. Daher bekommt jede schwangere Mitarbeiterin pro Kind automatisch 400 Euro netto mehr auf den Gehaltszettel. Dabei geht es jedoch nicht nur um die Bereicherung, sondern auch um das Aufbrechen von Ungleichheit zwischen arbeitenden Müttern und Vätern.

Wir wollen diese Spirale der Ungleichheit auflösen, die dazu führt, dass eher die Frau zuhause bleibt, weil sie ja weniger verdient, als der Mann. Bei uns bekommt sie eine Gehaltserhöhung.
400 Euro netto pro Monat bekommen schwangere Mitarbeiterinnen bei Einhorn - quintanilla / Getty Images

Gleichberechtigung ist die Zukunft

Die Unternehmenspolitik der jungen Firma hört nicht bei den nachhaltigen Produkten auf. Aushängeschild sind ihre veganen und nachhaltig produzierten Kondome, doch mittlerweile steckt viel mehr dahinter. Sie machen auf Menstruationstassen sowie Tampons und Binden aus Bio-Baumwolle und bauen auf zufriedene Mitarbeiter. Denn es gibt genügend Menschen, die in ihrer Arbeit unglücklich sind.

Die Gehälter liegen offen und weichen nur minimal voneinander ab. Wenn man eine Gehaltserhöhung für nötig hält und dies vor allen rechtfertigen kann, wird sie genehmigt.

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Waldemar Zeiler sieht in die Zukunft. Zusammen mit Philip Siefer hat er das Start-up gegründet und gibt zudem auch die Chefposition auf. Diese gibt er jedoch nicht an jemand anderen ab, sondern der Chefsessel ist aufgelöst - gibt es nicht mehr.

Gegenüber der Morgenpost hält Waldemar Zeiler fest, wie wichtig es ist, dass Mitarbeiter auch selbst Entscheidungen treffen können, ohne stets jemanden um Erlaubnis zu fragen. "Dass einer, der die größte Erfahrung hat, den Ton angibt, das ist Quatsch und damit wirst du auch nicht erfolgreich", so Zeiler. Diese Selbstbestimmung macht auch den Erfolg des Unternehmens aus, könnte man meinen.

Maximilian Vogel
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