Ein bewegendes Video, doch darf man so etwas eigentlich filmen?

Ein bewegendes Video, doch darf man so etwas eigentlich filmen?

In einem afrikanischen Wildpark haben Touristen eine einzigartige und wirklich herzbewegende Szene gefilmt: die Geburt eines Elefantenbabys inmitten seiner Herde und die Reaktion seiner Artgenossen. Die Bilder sind außergewöhnlich und lassen die Internet-Benutzer nicht kalt. Doch es werden auch Zweifel laut. Sind diese schaulustigen Touristen in ihrer Begeisterung nicht etwas zu weit gegangen?

Elefanten sind für ihr soziales Verhalten bekannt. Sie leben in Herden. In der Herde finden sie Schutz. Und die Herde greift auch ein, wenn Gefahr droht oder einer ihrer Artgenossen Hilfe braucht. Ein vor kurzem auf Facebook gepostetes Video bestätigt wieder einmal das großartige Verhalten dieser Tiere: die Geburt eines Elefantenbabys und die Reaktion der anderen Elefanten.

Die Elefantenkuh bringt ihr Kalb inmitten der Herde zur Welt. Auf den Bildern ist zu sehen, wie das Kleine zwischen ihren Beinen herauskommt und zu Boden fällt. Die Mutter untersucht es mit dem Rüssel und schubst es sanft mit dem Bein an, damit es sich bewegt. Die Herdenmitglieder eilen sofort herbei und gruppieren sich um das Kleine herum. Sie trompeten lautstark und wackeln mit den Ohren.

Die Szene ist ergreifend und einmalig zu beobachten. Doch entgegen des Kommentars der Person, die das Video ins Netz gestellt hat, sind diese Elefanten mit großer Wahrscheinlichkeit nicht dabei, die Geburt des Kleinen zu begrüßen und zu feiern, sondern formen vielmehr einen Schutzwall, um Mutter und Kind vor den Eindringlingen zu schützen. Die Touristen und ihr Führer wurden heftig dafür kritisiert, viel zu nahe an die Tiere herangegangen zu sein.

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Leider ist das kein Einzelfall. Es kommt immer wieder vor, dass sich schaulustige Touristen nicht sachgemäß benehmen und durch ihr Verhalten unschöne Zwischenfälle verursachen. So wurde 2016 schon einmal ein Tourist in Mozambik von einem Elefanten angegriffen und sein Fahrzeug dabei völlig zerstört.

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• Zoe Klaus
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