Neuer Beschluss: China trifft eine wichtige Entscheidung beim Elfenbeinhandel

Neuer Beschluss: China trifft eine wichtige Entscheidung beim Elfenbeinhandel

Seit dem 31. Dezember 2017 ist in China der Verkauf und die Herstellung von Gegenständen aus Elfenbein verboten. Dabei handelt es sich um einen großen Schritt nach vorne im Kampf gegen die Wilderei, bei der jedes Jahr mehr als 20.000 Elefanten ums Leben kommen.

Nach mehr als einem Jahr ist es endlich offiziell: China verbietet den Elfenbeinhandel in seinem Land und bestätigt somit seine Ankündigung, die im Dezember 2016 gemacht wurde. „Ab heute [31. Dezember 2017] ist der Kauf und Verkauf von Elfenbein und Produkten aus Elfenbein durch Märkte, Geschäfte und Händler illegal“, gibt der chinesische Minister für Landwirtschaft auf seinem Weibo-Account, dem chinesischen Pendant zu Twitter, bekannt.

Dieses Verbot betrifft ebenfalls alle im Internet verkauften Produkte oder Objekte, die im Ausland erworben wurden. Insgesamt sind mindestens 172  Verarbeitungsbetriebe und Einzelhandelsgeschäfte betroffen, die jetzt bis Ende des Jahres schließen müssen; darunter sind auch 64 Geschäfte, die ihren Betrieb schon seit der Ankündigung im Dezember 2016 schließen mussten. „Wenn ein Verkäufer ab jetzt behauptet, er sei ein ,staatlich bewilligter Verkäufer', handelt es sich um einen Betrüger, der das Gesetz wissentlich bricht“, fügte der Minister hinzu.

Für Tierschutzorganisationen ist der Beschluss ein großer Schritt im Kampf gegen die Wilderei, die jedes Jahr verheerende Folgen für die Elefanten hat. Geschätzt werden jährlich 20.000 bis 30.000 Elefanten in Afrika getötet. Ein Übel, das durch die Nachfrage von Elfenbein angeheizt wurde, bei der China die wichtigste Rolle spielte.

„Der größte Schritt nach vorne“  

„Das ist der größte Schritt nach Vorne im Kampf gegen die Wilderei von Elefanten“, versichert Peter Knights, Geschäftsführer der Organisation WildAid. Laut der chinesischen Regierung sei seit der Ankündigung über das Verbot beim Import ein Rückgang von 80 % des beschlagnahmten Elfenbeins verzeichnet worden und der Bruttopreis von Elfenbein sei um 65 % gesunken. „Das Verbot seitens China ist von enormer Wichtigkeit für die Elefanten“, erklärt der Tierschützer.

„Die Preise sind niedrig und die Bemühungen, das Gesetz durchzusetzen, haben sich in vielen Regionen Asiens und Afrikas stark verbessert“, erläutert er weiter. „Die Vereinten Nationen haben einstimmig dazu aufgerufen, den Elfenbeinhandel vollständig zu verbieten. Doch Japan, eines der noch großen Elfenbeinhändler, ist bis jetzt noch wenig bereit, mitzuziehen.“

Infolge der Bemühungen seitens China haben auch weitere Länder, insbesondere aus dem asiatischen Raum, ihre Absicht bekanntgegeben, sich im Kampf gegen die Wilderei zu engagieren. In Hongkong, Singapur und Taiwan überlegt man direkt, den dortigen Handel zu verbieten, während Vietnam seine Regelungen in den letzten zwei Jahren verschärf hat.

Elfenbein = Toter Elefant

Der Kampf gegen Elfenbeinhandel war Gegenstand vieler Kampagnen, die Verbraucher sensibilisieren sollten, welche traurige Wahrheit hinter den Elfenbeingegenständen steckt. Umfragen der Tierschutzorganisation IFAW haben ergeben, dass sich 70 % der Chinesen nicht bewusst waren, dass Elfenbein von toten Elefanten stammte. Außerdem dachten viele, dass ein elfenbeinerner Stoßzahn wie ein menschlicher Zahn sei, der auf natürliche Weise ausfallen würde.

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30 - 40 % des Stoßzahnes befindet sich jedoch im Inneren und die Wilderer schrecken oft nicht zurück, die Elefanten zu entstellen, nachdem sie sie getötet haben, um an das Elfenbein zu kommen. Dank vieler Aufklärungskampagnen, bei denen auch Stars in Erscheinung treten wie z. B. der chinesische Ex-Basketballer Yao Ming, konnte laut einer Studie von WildAid festgestellt werden, dass im Laufe der letzten fünf Jahre eine Steigerung von 70 % verzeichnet wurde, von Personen, die sich über den Zusammenhang zwischen Elfenbein und toten Elefanten bewusst waren.

Auch wenn das Verbot in China ein großer Schritt nach vorne ist, rufen Tierschutzorganisationen dennoch dazu auf, sich nicht zurückzulehnen. „Solange Elfenbein in manchen Ländern noch legal ist, werden Elefanten weiterhin gewildert werden und in Gefahr sein“, betonte die Tierschutzorganisation IFAW (Inernational Fund for Animal Welfare) in einem Facebook-Post. „Wir sind froh darüber, dass China sich dafür engagiert hat, seinen Markt zu schließen. Wir regen jetzt alle Länder dazu an, das gleiche zu tun“, gab die Organisation abschließend bekannt und lancierte eine Petition, um den Markt in der Europäischen Union zu verbieten.

Carina Levent
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