Tierschützer kochen vor Wut, als sie diese Elefanten entdecken

Tierschützer kochen vor Wut, als sie diese Elefanten entdecken

Die jüngsten Enthüllungen der Tierschutzorganisation Elephants Without Borders sind erschreckend: Den Angaben der Tierschutzorganisation zufolge wurden in einem Naturschutzgebiet in Botswana erst jetzt wieder an die hundert Elefanten abgeschlachtet. Diese Version der Tatsachen wird von der Regierung dieses großen ostafrikanischen Landes jedoch kategorisch abgestritten...

Nach einer Zählung der Elefanten-Population aus der Luft über Botswana zieht die Tierschutzorganisation Elephants Without Borders eine traurige Bilanz. Nur wenige Monate nachdem die Regierung dieses ostafrikanischen Landes seine tagtäglich mit Wilderern konfrontierten Wildhüter entwaffnet hat, entdeckt die Tierschutzorganisation bei ihrer Zählung auch schon rund neunzig tote Elefanten.

Sämtlichen Kadavern waren die Stoßzähne abgenommen worden. Dies ist seit Jahren der mörderischste Fall von Wilderei auf dem afrikanischen Kontinent überhaupt.

Eine makabre Entdeckung

Die traurigen Überreste der Dickhäuter wurden bei einem Erkundungsflug der Tierschutzorganisation in Zusammenarbeit mit dem botswanischen Ministerium für Wildtiere und Nationalparks entdeckt. „Wir haben mit unserer Erhebung am 10. Juli begonnen und schon rund 90 Elefantenkadaver gefunden. Es werden jeden Tag mehr. Das ist das schlimmste Elefanten-Massaker in Afrika, das mir je zu Ohren gekommen ist“, erklärt Mike Chase, der Leiter der Organisation im September.

Die meisten Dickhäuter sind großkalibrigen Geschossen erlegen und wurden an Wasserstellen am Okavango-Delta inmitten eines Nationalparks im Norden Botswanas gefunden.

Ausländische Wilderer

Den Angaben der Tierschutzorganisation nach gibt es Grund zur Annahme, dass die Wilderer aus Angola und Sambia gekommen sind. In diesen beiden afrikanischen Ländern sind die Elefanten-Populationen in den letzten Jahren stark dezimiert worden und vom Aussterben bedroht.

Daher suchen die Wilderer jetzt die Nachbarländer heim, deren Dickhäuter bisher besser geschützt waren. Das zwischen der Republik Südafrika und Sambia gelegene Botswana erfreute sich bisher der größten Wildelefanten-Population des afrikanischen Kontinents. 2015 wurde die Zahl der Wildelefanten noch auf insgesamt 135.000 Dickhäuter geschätzt.

Aufgrund seiner reichen Fauna und Flora ist Botswana ein bei Touristen und Safari-Liebhabern beliebtes Land. Bisher galten der Wildtierschutz und die von der Regierung unterstützte Anti-Wilderer-Brigade als beispielhaft und beneidenswert.

Neue Politik

Bedauerlicherweise hat Mokgweetsi Masisi, der im April gewählte neue Präsident des Landes, ohne weitere Erklärung und ohne Vorankündigung die mit dem Schutz der Wildtiere betrauten Ranger der Anti-Wilderer-Brigade im Mai entwaffnet. Der botswanische Tourismusminister Tshekedi Khama hat die Angaben bezüglich des Elefantenmassakers bestätigt:

„Ich weiß, dass die Bilanz eine für Botswana sehr hohe zweistellige Zahl erreicht und bin sehr besorgt.“ Auch der Internationale Tierschutzfonds IFAW (International Fund for Animal Welfare) hat zu der makabren Entdeckung Stellung genommen: „Bisher sind die Elefantenherden in Botswana noch relativ in Ruhe gelassen worden. Jetzt stehen sie im Visier der Wilderer.“

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Auf dem afrikanischen Kontinent fallen jedes Jahr an die 3.000 Elefanten Wilderern zum Opfer. Und die asiatische Nachfrage nach Elfenbein wächst ständig. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Anzahl der afrikanischen Dickhäuter von 415.000 auf erschreckende 111.000 gesunken.

Die Regierung bestreitet die Vorfälle

Auf Twitter bestreitet die botswanische Regierung die Information. „Diese Statistiken sind falsch. Es hat in Botswana, wo immer es auch sein mag, weder in den letzten Monaten noch vor Kurzem 87 oder 90 getötete Elefanten gegeben“, steht in der offiziellen Pressemitteilung der Regierung Botswanas zu lesen.

Offiziellen Angaben aus Regierungskreisen nach soll die Tierschutzorganisation bei ihren Luftaufnahmen nur 53 Elefantenkadaver gefunden haben: „Die meisten Tiere sind nicht durch die Hand von Wilderern umgekommen, sondern eines natürlichen Todes gestorben oder infolge eines Konflikts zwischen Menschen und Tieren zu Tode gekommen.“ Weiter heißt es: „Die Entwaffnung (...) hat keinerlei Einfluss auf unsere Aktionen. Diese Entscheidung wurde in Übereinstimmung mit dem Gesetz getroffen, welches besagt, dass das Tragen von Waffen (im Ministerium) verboten ist.“

Zoe Klaus
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