Muttermale: Wie sie entstehen und warum sie so heißen

Jeder von uns hat das ein oder andere, mehr oder weniger dezente Muttermal. Warum? Wir verraten euch die Geheimnisse dieser kleinen Pigmentflecke auf unserer Haut.

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Sie werden auch Schönheitsflecken genannt – Muttermale in allen Braun-Schattierungen bedecken unsere Körper. Ihr wissenschaftlicher Name "Nävus" stammt von dem lateinischen Ausdruck "gnævus" und bedeutet so viel wie "das womit man geboren wird".

Muttermale oder Leberflecke entstehen aus Melanozyten, den Zellen, die die Pigmente für den Hautton herstellen. Bei einem Muttermal ist es zu einer vermehrten und unkontrollierten Bildung dieser Pigmente gekommen.

Manche der Muttermale, die wir schon seit der Geburt haben sind angeborene Fehlbildungen, während wiederum andere erst während der Kindheit auftreten und sich bis zu einem Alter von etwa 30 Jahren entwickeln.

Durchschnittlich haben Erwachsene 30 Muttermale, die sich meist in den Bereichen befinden, die viel der Sonne ausgesetzt sind. Die Anzahl hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Kontakt mit UV-Strahlen oder genetischen Bedingungen.

Der Ursprung des Namens

Den Namen Muttermal gibt es wohl schon seit über 700 Jahren. Damals nannte man so die Flecken, die Babys schon bei der Geburt hatten oder kurz darauf bekamen.

Damals ging man davon aus, dass sie durch das entstehen, worauf die Mutter während der Schwangerschaft Heißhunger hatte.

Ein geschichtlicher Abstecher

Im antiken Griechenland haben die Muttermale noch nicht ihren heutigen Namen. Damals steht Harmonie an oberster Stelle und Veränderungen der Haut gelten als unschön.

Daher machen sich die Griechen auch zahlreiche Produkte zunutze, um ihre Muttermale zu verdecken. Auch im Mittelalter ist es kaum anders.

Niemand will einen solchen Fleck haben. Denn die Kirche behauptet, Leberflecken seien die Stellen, an denen der Teufel in den Körper eintritt. Jedes Mittel ist also recht, um sie zu entfernen.

Sie werden zum Teil mit Eisen und Steinen weggebrannt, was kaum schönere Narben auf der Haut hinterlässt. Erst als Sonnenkönig Ludwig XIV. in Frankreich an die Macht kommt, ändert sich die Sichtweise auf diese Flecken.

Gutbürgerliche Männer und Frauen kleben sich Stoffstückchen auf, um Leberflecken nachzuahmen und sie werden zu einem Zeichen von Reichtum.

Nun gibt es künstliche Leberflecke in allen Formen und auch ihre Position wird nicht zufällig gewählt. Je nach Körperstelle haben die Leberflecke eine ganz bestimmte Bedeutung.

Im 17. und 18. Jhd. sind diese Muttermale – ob natürlich oder künstlich – noch immer modische Accessoires und Zeichen von Schönheit bei der gehobenen Gesellschaft, genau wie Perücken.

1950 erfährt der Leberfleck dann dank der Weltikone Marilyn Monroe seinen Höhepunkt. Später machen sich auch viele Stars wie Cindy Crawford und Madonna ihre Leberflecke zunutze.

Heute gibt es beides: Leberflecken können die Persönlichkeit unterstreichen, schön sein, aber den Träger auch beschämen.

Wenn die Zellen verrücktspielen

Egal ob teuflisch oder schön, bei Leberflecken handelt es sich um nichts weiter, als kleine Zellansammlungen in der Epidermis. Doch sie können überall am und im Körper auftreten, wie zum Beispiel im Auge oder dem Gehirn.

Manche Leberflecke verschwinden im Laufe des Lebens wieder. Andere werden vom Immunsystem abgestoßen und wieder andere begleiten uns unser ganzes Leben.

Bisher ist nicht bekannt, ob Leberflecke neben dem Schönheitsaspekt eine tatsächliche Funktion haben. Dermatologe Basile Darbellay erklärt:

Sicher ist, dass die Leberflecke bei der natürlichen Auslese, die bei der Evolution der Arten über Tausende von Jahren stattgefunden hat, nicht verschwunden sind. Sie können also generell nicht "schlecht" sein.

Selten kann es jedoch vorkommen, dass aus einem der Leberflecken Hautkrebs entsteht, diesen nennt man dann Melanom. Daher ist es wichtig, regelmäßig seine Leberflecke kontrollieren zu lassen.