Auf der Erde leben immer mehr Männer: Das ist der erschreckende Grund für den Frauenmangel

It's a man's world.. Und diese Aussage trifft nicht nur was die Verteilung von Macht angeht zu, sondern lässt sich mittlerweile auch durch Zahlen stützen. Denn seit 1960 steigt der Anteil der männlichen Bevölkerung auf der Erde rapide an. So gibt es aktuell 3,865 Milliarden Frauen und 3,930 Milliarden Männer auf dem Planeten Erde.

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Erstmal scheint das kein großer Unterschied zu sein? Doch diese Differenz bedeutet auch: Millionen von Mädchen sind in den letzten Jahrzehnten gar nicht zur Welt gekommen. Und dieser Trend setzt sich weiter fort. So zeigt eine aktuelle Studie im British Medical Journal, dass 4,7 Millionen Geburten von Mädchen bis 2030 gezielt durch Abtreibungen verhindert wurden.

Doch der erhöhte Anteil an Männern ist kein biologischer Automatismus. Der Forschungsdirektor beim Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung Sebastian Klüsener erklärt gegenüber der BILD:

Grundsätzlich gibt es, abgesehen von wenigen Ausnahmen, durch alle Zeiten hindurch mehr Geburten mit männlichem Geschlecht. Das Geschlechterverhältnis liegt in modernen Gesellschaften bei 105 männlichen Babys pro 100 weiblichen Babys.

Töchter haben einen niedrigeren Stellenwert als Söhne

Doch die Proportionen verschieben sich im höheren Alter. Dies lässt sich mit der höheren Lebenserwartung von Frauen erklären. So gibt es in Deutschland noch immer mehr Frauen als Männer. Der Migrations-Experte Wido Geis-Thöne vom Institut der deutschen Wirtschaft erklärt gegenüber der BILD:

Außerhalb der westlichen Welt haben Töchter häufig immer noch einen sehr viel niedrigeren Stellenwert als Söhne, was im Extremfall zu Abtreibungen und einer schlechteren Versorgung weiblicher Kinder führen kann.

So entscheidet man sich in bestimmten Kulturkreisen bewusst gegen die Austragung eines weiblichen Fötus. Wido Geis-Thöne erklärt diese Entscheidung wie folgt:

So bleiben die erstgeborenen Söhne meist bei den Eltern und versorgen diese zusammen mit ihren Ehefrauen im Alter.

Hier herrscht bei uns Frauenmangel

In Ländern wie Indien müssten die Mädchen hingegen traditionell mit einer hoher Mitgift ausgestattet werden. Doch auch in China, wo jahrzehntelang die Ein-Kind-Politik galt, dürfen als Folge der Anwendung von Pränataldiagnostik ein klarer Männerüberschuss: Auf 115 Söhne kommen 100 Töchter.

In Deutschland herrscht insbesondere auf dem Land und in Ostdeutschland Frauenmangel. Denn hier sind viele der jungen Frauen in den Westen gezogen. So herrscht in vielen der östlichen Bundesländer ein solches Ungleichgewicht. Im fortpflanzungsfähigen Alter zwischen 15 und 49 Jahren kommen auf 100 Frauen rund 122 Männer. Da ist es klar, dass hier nicht jedermann zum Zuge kommt.