Paygap im Fußball: So kämpfen Spielerinnen weltweit gegen Lohnungleichheit

Die Frauen-Weltmeisterschaft 2019 hat begonnen. Und mit ihr stellen sich zahlreiche Fragen, darunter auch jene zu den geschlechterspezifischen Gehaltsunterschieden.

Zahlen sagen mehr als tausend Worte: Das Gewinnerteam der diesjährigen WM in Frankreich erhält ein Preisgeld von 3,5 Millionen Euro. Die Vize-Weltmeisterinnen werden 2,3 Millionen Euro erhalten, wie die Deutsch Presse Agentur (DPA) berichtet. Das klingt doch ganz ordentlich? Dann schauen wir doch mal, was der Weltmeister vom letzten Jahr einkassiert hat.

Paygap im Fußball 

Wie die Fifa bekannt gibt, hat das männliche französische Nationalteam sage und schreibe 32 Millionen Euro Preisgeld einkassiert. Nein, da fehlt kein Komma! Der Zweitplatzierte, Kroatien, hat 23 Millionen Euro erhalten. Immer noch deutlich mehr als die Siegerinnen der Frauen-WM erhalten werden.

Der Paygap im Fußball macht sich auch bei der Gehaltsauszahlung bemerkbar. Wenn die deutschen Spielerinnen dieses Jahr den Titel erringen würden, erhielten sie pro Kopf um die 75.000 Euro, wie Spiegel Online ermittelt. 45.000 falls sie im Finale nicht den Sieg holen können und 35.000 pro Kopf, falls es der dritte Platz wird, wie watson.de verkündet. 

Unsere Jungs, wären sie in der letzten WM über die Vorrunde hinausgekommen, hätten als Weltmeister 350.000 Euro pro Kopf verdient, als Finalist 200.000 und als Dritter 150.000.

Die Fußballerinnen kämpfen gegen die riesige Lücke

Viele Fußballerinnen wollen sich diese Diskriminierung nicht länger gefallen lassen. Das australische Nationalteam der Frauen fordert von der Fifa eine deutliche Steigerung des Preisgelds für die WM. Ihr klares Statement sorgt für Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, einzig die Fifa stellt sich der Forderung gegenüber nach wie vor taub und ist bisher nicht mal dazu bereit zu verhandeln.

Auch das deutsche Frauen-Nationalteam kämpft auf seine Art gegen die Ungerechtigkeit, wie watson.de berichtet. Ihnen ist bewusst, dass, während die Männer der Nationalelf niemals einen Schritt unbeachtet in der Öffentlichkeit unternehmen könnten, kein Mensch sie auf der Straße erkennen würde. Deswegen hat das Team einen 90-sekündigen Werbeclip mit der Commerzbank gedreht, in dem es unter anderem heißt: "Wir spielen für eine Nation, die unseren Namen nicht kennt." Zeit, dass das sich ändert! 

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Das findet auch die beste Spielerin der Welt und hat kurzerhand entschieden, bei der diesjährigen WM nicht mitzuspielen. Es handelt sich um die norwegische Ada Hegerberg. Schon mal den Namen gehört? Eben! Die Fußballerin ist mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet und ihre Entscheidung nicht zu spielen, trifft das norwegische Nationalteam hart, aber Hegeberg bleibt konsequent in ihrem Entschluss.

Schade, aber auch bewundernswert. Damit sich etwas bewegt, reicht es für die Frauen leider nicht allein, einen tollen Fußball zu spielen. Wie überall sind die Gehaltsunterschiede auch im Fußball deutlich zu spüren und noch stark verankert. Wann ändert sich das endlich?

Lea Pfennig
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