Marc Dutroux: Kinderschänder schreibt aus dem Gefängnis Briefe an seine Opfer
Marc Dutroux: Kinderschänder schreibt aus dem Gefängnis Briefe an seine Opfer
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Marc Dutroux: Kinderschänder schreibt aus dem Gefängnis Briefe an seine Opfer

Von der Redaktion

Über 20 Jahre schon sitzt der Belgier Marc Dutroux hinter Gittern. Er entführt in den 90er Jahren vier Mädchen, vergewaltigt sie monatelang und tötet sie schließlich. Zwei weitere Mädchen entkommen damals aus dem Kellerverlies und kämpfen noch heute mit den traumatischen Erlebnissen. Doch anstatt die Vergangenheit vergessen zu können, erhalten sie nun plötzlich Post von ihrem Peiniger!

Es ist die grausame Geschichte eines arbeitslosen Elektrikers, dessen schreckliche Taten in den 90ern ganz Europa in Schockstarre versetzen: Vor über 20 Jahren wird Marc Dutroux international als das „Monster von Belgien“ bekannt, nachdem er sechs Mädchen entführt, foltert und monatelang sexuell missbraucht. Er tötet zwei der Mädchen eigenhändig, zwei weitere verhungern in seinem Kellerverlies. Dutroux muss 1996 ins Gefängnis, 2004 wird er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Jetzt veröffentlicht sein Anwalt Bruno Dayez ein Buch, das eine hitzige Debatte anfacht: Der Jurist fordert darin die Freilassung seines Mandanten.

Dutroux schreibt „Briefe der Besänftigung“

Laut seines Anwalts befinde sich Dutroux seit 20 Jahren in totaler Isolation, sei völlig verwahrlost und in schlechter gesundheitlicher Verfassung, was für ihn „im Prinzip Folter“ sei. Zudem habe Dutroux keine Therapie erhalten, was die Voraussetzung für eine Haftentlassung sei. Weil der Anwalt erreichen will, dass sein Mandant bis 2021 unter Auflagen freikommt, schreibt er im Namen von Dutroux einen Brief an die Eltern der getöteten Kinder sowie an Sabine Dardenne und Laetitia Delhez. Die mittlerweile erwachsenen Frauen waren im Alter von 12 und 14 Jahren ebenfalls von Dutroux entführt und missbraucht worden, konnten jedoch befreit werden.

Anwalt Dayez erklärt, dass in diesen Briefen die Reue über das, was geschehen ist, zum Ausdruck komme. „Es ist ein Brief der Besänftigung, der Offenheit“, fügt er hinzu.

Eigene Mutter ist gegen die Freilassung ihres Sohnes

Bereits 2012 hatte sich Dutroux auf 44 handschriftlich verfassten Seiten an Jean-Denis Lejeune, den Vater eines der getöteten Mädchen, gewandt. Er beteuerte darin, „alles dafür getan zu haben“, das Mädchen zu retten. Damit konnte er den Vater allerdings nicht überzeugen, dessen Kind in Dutrouxs Kellerverlies verhungert war. Ein Brüsseler Gericht hat bereits 2013 entschieden, dass der Kinderschänder nicht vorzeitig entlassen werden darf. Die Begründung: Die Gefahr eines Rückfalls sei zu hoch. Und das ist nicht weit hergeholt: Selbst Dutroux' Mutter zeigt sich überzeugt davon, dass ihr Sohn auf freiem Fuß wieder rückfällig werden würde.


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