Lohngleichheit: Wenn es so weitergeht, wird sie noch 202 Jahre lang ein Traum bleiben

Lohngleichheit: Wenn es so weitergeht, wird sie noch 202 Jahre lang ein Traum bleiben

Im diesjährigen Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums WEF steht, dass die Gleichstellungskluft zwischen den Geschlechtern weltweit eher zu- als abnimmt. Und das insbesondere in Sachen Ausbildung, Gesundheit und Politik. Auch mit der Lohngleichheit ist es noch sehr schlecht bestellt. Mit derzeit nur 51 Prozent weltweit wird sie für viele noch 200 Jahre lang ein Traum bleiben.

Im vom Weltwirtschaftsforum WEF am 17. Dezember veröffentlichten diesjährigen Global Gender Gap Report steht zu lesen, dass die Lohngleichheitskluft zwischen Mann und Frau noch lange nicht soweit ist, sich zu schließen. Nach der auf den Lohnverhältnissen von 149 Ländern beruhenden Studie, braucht es noch 202 Jahre, bis wir weltweit von Lohngleichheit für Männer und Frauen sprechen können.

Eigentlich ging es bergauf... 

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Dabei war die Lohngleichheitskluft zwischen den Geschlechtern von 2017 auf 2018 eher rückläufig. Nur im vergangenen Jahr hat der Lohnunterschied erstmals seit zehn Jahren wieder zugenommen. Die Gleichheitsstudie basiert auf Indikatoren aus vier Bereichen: Bildung, Gesundheit, Politik und Wirtschaft. Dieses Jahr ist in den drei erstgenannten Bereichen nach Jahren des Fortschritts wieder eine Verschlechterung der Situation zu beobachten.

In der Wirtschaft dagegen sind Verbesserungen zu verzeichnen. Derzeit beläuft sich die Lohngleichheitskluft weltweit auf 51 Prozent und sind 34 Prozent der leitenden Posten von Frauen besetzt. In vielen florierenden Wirtschaftsbereichen, in denen Mathematik, Ingenieurwesen und Technologie eine große Rolle spielen, sind Frauen unterrepräsentiert. Die Studie zeigt, dass „Frauen derzeit nur 22 Prozent des mit künstlicher Intelligenz beschäftigten Fachpersonals“ ausmachen.

Große Unterschiede von einem Land zum anderen

In Westeuropa könnte die Gleichstellungskluft zwischen den Geschlechtern bis in 61 Jahren geschlossen werden. In den nordischen Ländern wie insbesondere Island, dicht gefolgt von Norwegen, Schweden und Finnland ist es mit der Gleichheit am besten bestellt. Deutschland dagegen ist dieses Jahr um zwei Plätze auf Rang 14 im jährlichen Index des WEF abgerutscht. Beim ersten Ranking 2006 stand die Bundesrepublik noch auf Platz 5. Auf Platz 12 finden wir Frankreich, auf Platz 15 Großbritannien, auf Platz 16 Kanada, auf Platz 19 Südafrika und von Platz 49 auf Platz 51 abgerutscht sind die Vereinigten Staaten. Schlusslicht sind Syrien, der Irak, Pakistan und Jemen. Dort sind die Ungleichheiten dem Bericht nach am größten. 
Zoe Klaus
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