Aids und HIV: Prominente und Stars, die mit dem Virus leben oder an AIDS gestorben sind
Aids und HIV: Prominente und Stars, die mit dem Virus leben oder an AIDS gestorben sind
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Aids und HIV: Prominente und Stars, die mit dem Virus leben oder an AIDS gestorben sind

Rund 88 Tausend Menschen leben in Deutschland mit HIV. Dank Aufklärungskampagnen ist die Bevölkerung auf das Thema sensibilisiert und die Zahl der Neuinfektionen stabil bis rückläufig. Auch zahlreiche Promis, deutsche und internationale, stehen ganz offen zu ihrer Infektion. Sie leben teilweise schon seit Jahrzehnten öffentlich mit dem HI-Virus oder sind in den 1980ern und 1990ern an AIDS gestorben. Diese Menschen haben dazu beigetragen und tragen weiterhin dazu bei, dass das öffentliche Bewusstsein für das HI-Virus und die AIDS-Erkrankung stetig aufrecht erhalten wird.

Viele Betroffene halten ihren positiven HIV-Status aus Scham geheim. Nicht so diese Promis, die den Mut hatten, sich öffentlich zur Geschlechtskrankheit zu bekennen und dadurch mitgeholfen haben, und weiterhin mithelfen, die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Internationale Stars, die mit HIV oder Aids leb(t)en:

Rock Hudson, Schauspieler

Rock Hudson war einer der ersten Stars weltweit, die in den 1980er Jahren der noch neuen Krankheit zum Opfer fielen. Der Hollywood-Star starb 1985 kurz vor seinem 60. Geburtstag.

Keith Haring, US-Künstler

Keith verstarb 1990 in New York an Aids.

Freddy Mercury, Queen-Sänger

Einer der frühsten bekannten Fälle war Freddy Mercury, der an den Folgen seiner Aids-Erkrankung verstarb. Erst einen Tag vor seinem Tod 1991 bestätigte eine Meldung die HIV-Infektion des Queen-Sängers. Durch seine enorme Prominenz wurde damals eine große Debatte um das Thema geführt, die es vorher noch nie in diesem Umfang gegeben hatte. Darüber hinaus gründeten seine Band-Kollegen, die bis zur Bekanntgebung kurz vor seinem Tod ebenfalls nichts von seiner Krankheit wussten, den „Mercury Phoenix Trust“, der nun seit bereits über 20 Jahren HIV- und Aids-Projekte finanziell unterstützt.

Earvin Magic Johnson, Basketballspieler

Auch der ehemalige Basketball-Superstar Earvin Magic Johnson veränderte mit seinem Outing 1991 und seinem darauf folgenden Engagement zur Aids-Aufklärung die Art, wie über dieses Thema gesprochen wird.

Anthony Perkins, Schauspieler

Der 1932 geborene New Yorker Anthony Perkins ("Psycho") machte aus seiner Bisexualität nie ein Geheimnis. Er starb im September 1992 an den Folgen seiner Aids-Erkrankung.

Holly Johnson, Sänger

Der frühere Sänger der 80er-Jahre-Band "Frankie Goes To Hollywood" zog sich aus dem Showgeschäft zurück, nachdem er 1991 die Diagnose erhalten hatte. Nach wenigen Jahren feierte er ein Comeback und 1993 machte er seine Krankheit in einem Interview öffentlich.

Andy Bell, Sänger

Sänger Andy Bell ("Stop!") erklärte, dass er 1998 positiv auf das Virus getestet wurde. Der Sänger befindet sich seitdem in Therapie.

Chuck Panozzo, Bassist

Styx-Bassist Chuck Panozzo ("Boat On The River") brach 2001 gleich zwei Tabus in der Rock-Szene: Er outete sich als schwul und erklärte außerdem, dass er seit 1991 mit HIV lebe.

John-Grant, Singer-Singwriter

Singer-Songwriter John Grant (48, "GMF") offenbarte dem Publikum des Meltdown-Festivals 2012, dass er HIV-positiv ist. Danach beschäftigte er sich in dem Song "Ernest Borgnine" mit dem Thema.

Charly Sheen, US-Schauspieler

Als bereits 2015 Gerüchte um eine mögliche HIV-Infektion des Hollywood-Stars kursierten, beschloss Charly Sheen, in einer US-Talkshow die Öffentlichkeit über seinen Gesundheitszustand aufzuklären. Seitdem macht sich der 51-Jährige immer wieder dafür stark, über das Thema aufzuklären, warb unter anderem für einen Kondom-Hersteller und rief andere Prominente dazu auf, ebenfalls öffentlich zu ihrer HIV-Infektion zu stehen.

Danny Pintauro, Schauspieler

Ende September 2015 hat Danny Pintauro ("Wer ist hier der Boss?") in einer Talkshow offenbart, dass er HIV-positiv ist. Demnach habe er die Diagnose bereits 2003 bekommen, wagte jedoch erst zwölf Jahre später den Schritt an die Öffentlichkeit.

Mykki Blanco, Rapper

Der Rapper teile seinen Fans via Facebook im Juni 2015 mit, dass er HIV-positiv ist. Er habe sich 2011 mit der Krankheit infiziert. Seine Krankheit hat er jedoch aus Angst vor den Reaktionen geheim gehalten. Vor allem die Panik vor dem Ende seiner Musikkarriere setzte ihm zu. Trotz allem wagte er letztlich den Schritt an die Öffentlichkeit: "Ab einem bestimmten Punkt muss mein reales Leben wichtiger sein als die Karriere", schrieb der Musiker auf dem Account seines sozialen Netzwerkes.

Deutsche Prominente, die mit HIV oder Aids leb(t)en

Tom Neuwirth alias Conchita Wurst, Sänger(in)

Aufgrund des Erpressungsversuchs durch einen Ex-Freund hatte sich Tom Neuwirth, alias Conchita Wurst, im April 2018 dazu entschlossen, den Schritt an die Öffentlichkeit zu wagen - und sich als HIV-positiv zu outen. Via Instagram verfasste Conchita einen langen Text, in dem sie erklärte, was sie zu diesem Schritt bewegt hat: „Ein Ex-Freund droht mir, mit dieser privaten Information an die Öffentlichkeit zu gehen, und ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen.“ Weiter erklärt sie: „Coming out ist besser als von dritten geoutet zu werden. Ich hoffe, Mut zu machen und einen weiteren Schritt zu setzen gegen die Stigmatisierung von Menschen, die sich durch ihr eigenes Verhalten oder aber unverschuldet mit HIV infiziert haben.“

Michael Westphal, Tennis-Spieler

1988 wurde bei Tennisprofi Michael Westphal die HIV-Infektion festgestellt. Vor seinem Tod 1991 beendete er seine Sportkarriere dennoch nicht.

Klaus Schwarzkopf, Schauspieler

Auch vor "Tatort"-Kommissar Klaus Schwarzkopf machte die Krankheit Aids nicht Halt: Er erlag 1991 an seiner Krankheit in Bochum.

Nadja Benaissa, Ex-No-Angels-Sängerin

Bereits 2010 ging ein Fall durch die Medien - allerdings nicht aufgrund eines freiwilligen Outings: Die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa wurde vom Gericht zu zwei Jahren Bewährung und Sozialstunden in einer AIDS-Einrichtung verurteilt, weil sie ungeschützten Sex mit Männern hatte, ihnen allerdings ihre HIV-Infektion verschwiegen hatte. Dieser Umstand riss eine neue Debatte um das Thema HIV und Aids an und eröffnete schließlich einen neuen Aspekt: So äußerte sich die Deutsche Aids-Hilfe kritisch zu dem Urteil, da von ihm die falsche Botschaft ausgehe, dass Verhütung „vor allem Frauen und HIV-Positiven einseitig zugeschrieben“ sei. Mittlerweile spricht Benaissa offen über ihre Infektion und bemängelt, dass noch viel zu viele Vorurteile gebe. „Man muss mit dem Thema HIV und Aids offen umgehen“, findet sie. Heute klärt sie bei öffentlichen Veranstaltungen über die Krankheit auf.

Georg Uecker, Schauspieler

2016 gab der deutsche Schauspieler Georg Uecker, bekannt für seine Rolle in der "Lindenstraße", zu, HIV-positiv zu sein. Sein Outing begründet der Schauspieler damit, dass er keine Lust gehabt habe, „auf Gerüchte und Unwahrheiten zu reagieren und mich davon in die Ecke drängen zu lassen. Ich bin der Typ, der lieber agiert.“ Über seine Infektion sagt Uecker: „Es gehört zu meinem Leben, dominiert mein Leben aber nicht. Weiter fühle er sich „topfit und voller Energie.“

HIV ist nicht heil-, aber behandelbar

Laut einer Schätzung lebten in Deutschland Ende 2015 mehr als 84.000 Menschen mit dem Virus. Doch heutzutage ist im Gegensatz zu früher, als HIV-Patienten täglich zahlreiche Tabletten einnehmen, detaillierte Zeitpläne einhalten, Ernährungsvorschriften befolgen und mit erheblichen Nebenwirkungen rechnen mussten, die Therapie weitaus unkomplizierter: Meist reicht eine Tablette am Tag, die in der in der Regel eine Kombination aus drei Wirkstoffen beinhaltet, aus - wobei aber auch weitere Medikamente zur Bekämpfung der Nebenwirkungen durch die Einnahme verschrieben werden müssen.

Die Infektiologin Susanne Usadel aus Freiburg erklärt: „Bei guter Therapietreue des Patienten ist das Virus lebenslang fast inaktiv.“ Wenn das Virus früh entdeckt und die Behandlung direkt begonnen wird, ist die Chance gering, dass Aids tatsächlich ausbricht. Wird das Virus durch Medikamente seit mindestens sechs Monaten unter der Nachweisgrenze gehalten, so können Paare, bei denen ein Partner HIV-positiv ist, sogar Geschlechtsverkehr ohne Kondom haben - selbst im Falle einer Schwangerschaft ist dann das Risiko einer Virusübertragung auf das ungeborene Kind verschwindend gering.

Mehr Informationen zu HIV/AIDS gibt es hier.

Von der Redaktion

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