Altenheimbewohner bekommen zweite Impfdosis – und infizieren sich mit britischer Coronavariante

Ein neuer Corona-Ausbruch in einem Altenheim sorgt für Aufruhr. Diesmal ist bei den Senioren die britische Virusmutation nachgewiesen worden – trotz Impfung.

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Wie wirksam sind die Impfstoffe gegen das Coronavirus und schützen sie auch vor den aus Großbritannien und Südafrika kommenden Mutationen? Diese Frage stellen sich derzeit besorgte Bürger, Politiker und Forscher. Zu Recht, wie sich jetzt zeigt.

Zweite Impfdosis schützt zu 95 Prozent

Nachdem sich Anfang Januar mehrere Senioren in einem Pflegeheim in Bayern nach ihrer ersten Impfdosis mit Sars-CoV-2 infiziert haben, sorgt jetzt ein ähnlicher Fall im Landkreis Osnabrück für Aufsehen. In einem Alten- und Pflegeheim in Belm ist bei 14 Bewohnern die britische Variante B.1.1.7. nachgewiesen worden – und das obwohl alle Ende Januar zum zweiten Mal geimpft wurden.

Dabei sagen Allgemeinmediziner wie Thomas Aßmann, dass nach der zweiten Impfdosis ein Schutz von 95 Prozent bestehe, und die Wahrscheinlichkeit, sich nach einer vollständigen Impfung anzustecken, sehr gering sei (Quelle: Bild). Doch gilt das auch für die Mutationen?

Impfstoffe verhindern Erkrankung, schließen sie aber nicht ganz aus

Bisherige Erkenntnisse zeigen zwar, dass die neuentwickelten Impfstoffe eine Covid-19-Erkrankung verhindern, sie aber nicht ganz ausschließen können. Das gilt vermutlich auch für die zahlreichen Varianten des Coronavirus. Dennoch können die Vakzine dazu beitragen, die Viruslast im Körper zu verringern und somit einen milden Verlauf der Krankheit fördern.

So ergeht es auch den Senioren in Belm. Bisher zeigen sie ausschließlich asymptomatische oder leichte Krankheitsverläufe. Wann sich die Bewohner infiziert haben, ist bisher unklar. Dass sie aber mit dem Coronavirus infiziert sind, ist durch die täglichen Schnelltests beim Pflegepersonal herausgekommen.

Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, fordert deswegen das Gesundheitsministerium auf, Pflegeheime nach der zweiten Impfdosis engmaschig zu überwachen. So könne man verlässliches Datenmaterial sammeln. Dass die Impfung eine Covid-19-Erkrankung nicht verhindere, sei kein Schreckensszenario, aber man müsse lernen mit dem Virus zu leben.