Antigenerbsünde: Die Grippe in der Kindheit kann vor einer Covid-19-Ansteckung schützen

Einige Menschen scheinen von Natur aus vor einer Ansteckung mit Covid-19 geschützt zu sein. Die Wissenschaft hat nun möglicherweise eine Antwort auf die Frage gefunden, was diese Menschen so besonders macht.

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Einige von uns bleiben in der Kindheit vor einer Grippeansteckung nicht verschont. So unangenehm Schüttelfrost, Husten und Gliederschmerzen auch sein mögen: Sie schützen womöglich vor einer Ansteckung mit Covid-19.

Covid-19: Antigenerbsünde kann ähnliche Virusvarianten ausschalten

Es ist bereits bekannt, dass eine vorausgegangene Erkältung davor schützen kann, sich mit Covid-19 zu infizieren (mehr dazu erfahrt ihr in unserem Video). Wissenschaftler:innen behaupten nun, dass sogar eine Grippeerkrankung in der Kindheit dazu beitragen kann, vor dem Virus verschont zu bleiben.

Der Grund dafür ist laut Studie die sogenannte Antigenerbsünde. Haben sich Kinder mit einem bestimmten Grippevirusstamm infiziert und folgt im Laufe ihres Lebens eine weitere Infektion mit einem ähnlichen Virusstamm, kann sich das Immunsystem besser wehren. Dies könnt auch für Covid-19 gelten.

Scott Hensley, Mikrobiologe, erklärt das Phänomen anhand von H1N1 wie folgt:

Es gibt einige Epitope in diesem Virus, die bei früheren saisonalen Grippestämmen konserviert waren. Dass der Körper sich an diese Antikörperreaktionen gegen diese Epitope erinnerte, war tatsächlich vorteilhaft.

Nobody is perfect: Das Immunsystem kann auch leiden

Die Antigenerbsünde ist aber nicht immer nur von Vorteil. In manchen Fällen passen die vom Körper produzierten Antikörper nicht zu dem Virus, der für die Infektion verantwortlich ist. Das führt dazu, dass bestimmte Zellen, die für die Produktion der Antikörper verantwortlich sind, gar nicht erst mobilisiert werden:

Man erhält eine Reaktion, die gegenüber den konservierten Antigenen und den neuen Antigenen verzerrt sein kann.

Dies führt bei einer vorliegenden Infektion zu einer weniger gut funktionierenden Immunantwort. Die Studienlage lässt momentan noch nicht zu, abschließend zu beurteilen, ob die Antigenerbsünde insgesamt positiv oder negativ für eine Immunreaktion ist.

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