BioNTech-Chef Ugur Sahin: "Die Mutation kam früher als erwartet, wir brauchen einen neuen Impfstoff"

Noch befinden sich die Booster-Impfungen in vollem Gange, da prophezeit BioNTech-Chef Ugur Sahin schon, dass diese uns mit hoher Wahrscheinlichkeit die ganzen nächsten Jahre begleiten werden. Mit dem Auftauchen der Omikron-Variante könnte sich aber auch die Zusammensetzung des Impfstoffs ändern.

Erst vor wenigen Tagen macht eine neue Schreckensnachricht die Runde: Das Coronavirus ist wieder einmal mutiert, die Welt sieht sich seitdem der Omikron-Variante ausgeliefert, in Deutschland ist von hunderten Fällen die Rede. Das könnte laut Ugur Sahin nicht nur dazu führen, dass Booster-Impfungen jährlich vorgenommen werden müssen, sondern auch dazu, dass wir einen neuen Impfstoff benötigen.

"Die Wahrscheinlichkeit für jährliche Booster-Impfungen steigt"

Angesichts der Tatsache, dass das Virus schneller mutiere und sich selbst neu erfinde, halte es der Vorstandsvorsitzende von BioNTech für immer wahrscheinlicher, dass Booster-Impfungen bald so normal werden könnten wie die jährliche Grippeimpfung.

Außerdem erfordere die Omikron-Variante, die es übrigens dreimal wahrscheinlicher macht, sich nochmals mit Covid-19 zu infizieren, einen ganz neuen Impfstoff. Sahin auf der Reuters Next Konferenz dazu:

Ich glaube grundsätzlich, dass wir ab einem bestimmten Zeitpunkt einen neuen Impfstoff gegen diese neue Variante benötigen werden. Die Frage ist, wie dringend er verfügbar sein muss.

BioNTech ist auf die Mutation gut vorbereitet

Ganz unverhofft scheinen die Nachrichten der neuen Variante Sahin aber nicht zu treffen: Bereits vor wenigen Tagen wird publik, dass er und sein Team bereits Vorkehrungen getroffen haben, um den Impfstoff in genau solch einem Fall anpassen zu können. Er habe nur nicht damit gerechnet, schon so schnell reagieren zu müssen:

Dieses hoch mutierte Virus kam früher, als ich erwartet hatte. Ich hatte irgendwann im nächsten Jahr erwartet, und jetzt ist es schon bei uns.

Ähnlich wie bei Moderna scheint BioNTech in der Lage zu sein, schnell zu handeln: Der neue Impfstoff soll innerhalb der nächsten 100 Tage auf den Markt gebracht werden können. Sollte es sich aber herausstellen, dass die derzeitige Booster-Impfung vollen Schutz vor Omikron biete, so sei es auch vorstellbar, dass sich das Unternehmen mehr Zeit lasse, Comirnaty der neuen Variante anzupassen.

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