BRCA1- und BRCA2-Gentest bei Brustkrebs: Wann lohnt er sich und wie viel kostet er?

Brustkrebs gehört unter Frauen zu den häufigsten Krebserkrankungen. Frauen, die familiär vorbelastet sind, können untersuchen lassen, ob die beiden Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2 bei ihnen Mutationen aufweisen und somit ein höheres Risiko für Brust- und Eierkrebsstock in sich tragen. Wir erklären euch, für wen der Test genau geeignet ist und ob ihr dafür tief in die Tasche greifen müsst.

BRCA1- und BRCA2-Gentest bei Brustkrebs: Wann lohnt er sich und wie viel kostet er?
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Nachdem Schauspielerin Angelina Jolie im Jahr 2013 mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit geht (sie lässt den Gentest bei sich vornehmen; dieser fällt positiv aus und als Folge dessen unterzieht sie sich einer doppelten Brustamputation sowie der Entfernung ihre Eierstöcke), interessieren sich immer mehr Frauen für den Test. Es stellt sich jedoch die Frage: Wann und beim wem ist dieser eigentlich angebracht?

Mehrere Faktoren sind ausschlaggebend

Ob ihr euch tatsächlich dazu entscheiden solltet, den Test vornehmen zu lassen, hängt von mehreren Faktoren ab. Prof. Dr. Marc Thill, Mediziner am Agaplesion Markus Krankenhaus in Frankfurt äußert sich auf der Website der Klinik wie folgt dazu:

Es kommt auf die Anzahl der Brustkrebserkrankungen in der Familie oder den Brustkrebstyp an. Bei rund 30 Prozent aller Frauen mit Brustkrebs lässt sich eine familiäre Häufung der Krankheit feststellen, bei 5 - 10 Prozent ist die Erkrankung dabei auf einen Gendefekt zurückzuführen. Je mehr Familienmitglieder an Brust- oder Eierstockkrebs in der Familie erkrankt sind und je jünger sie zum Zeitpunkt der Diagnose waren, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei der Patientin eine Mutation vorliegt.

Der Test kann in der Tat Leben retten, da z. B. 70 Prozent aller Frauen, bei denen auf dem BRCA1-Gen eine Mutation nachgewiesen werden kann, an Brustkrebs erkranken und das in vielen Fällen noch in jungen Jahren. Prof. Dr. Marc Thill untermauert, welche Chancen ein vorzeitiges Eingreifen bei einem positiven Testergebnis haben kann:

Eine prophylaktische Entfernung der Brust senkt das Erkrankungsrisiko für Brustkrebs um 95 Prozent.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Brust bei einem positiven Ergebnis immer sofort entfernt werden muss. In einigen Fällen reicht eine engmaschige Kontrolle schon vollkommen aus - die letzte Entscheidung dafür liegt bei dem*der behandelnden Mediziner:in.

Die Krankenkasse übernimmt in bestimmten Fällen die Kosten

Wer sich als reine Vorsichtsmaßnahme testen lassen möchte, für den haben wir schlechte Nachrichten: Es gibt genaue Kriterien, die festlegen, wann genau ein hohes Risiko für eine mögliche spätere Erkrankung vorliegt. Es reicht z. B. nicht, einfach in den Wechseljahren zu sein und übergewichtig zu sein - durchaus Faktoren, die bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielen können.

Sind diese erfüllt, müssen sich die Frauen keine Gedanken um die Finanzierung des Tests, der zwischen 3.000 und 6.000 Euro kostet, machen: Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Zu den Kriterien gehört u.a. die Frage, ob mindestens eine nahe Verwandte an Brustkrebs und eine andere an Eierstockkrebs erkrankt ist oder ob bei mindestens zwei Frauen in der Familie Brustkrebs festgestellt worden ist, bei einer von beiden noch vor dem 51. Lebensjahr.

Wer interessiert ist (wir sprechen auch Männer an, welche ebenfalls betroffen sein können) kann sich dafür an bestimmte Zentren wenden. Diese findet ihr z. B. auf der Seite der Deutschen Krebshilfe: www.krebshilfe.de

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