Experten mit Kritik vor Corona-Gipfel: "Fallzahlen steigen nicht explosionsartig"
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Experten mit Kritik vor Corona-Gipfel: "Fallzahlen steigen nicht explosionsartig"

Von Lisa Fehrs

Angela Merkel will Schulen und Friseure noch weiter geschlossen lassen und verweist als Begründung auf die britischen Virus-Mutationen. Allerdings sieht es dort zu Lande schon wieder ganz anders aus und das will so gar nicht zu den hier ausgemalten Schreckensszenarien passen...

Virologin Melanie Brinkmann, eine der engsten Beraterinnen der Kanzlerin, schlägt Alarm und verkündet, dass Dank der neuen Variante das Virus "einen Raketenantrieb bekommen" habe. Des Weiteren drohe Deutschland ein "exponentielles Wachstum" wie in England, so Brinkmann gegenüber dem Spiegel.

Fallzahlen in Irland und England signifikant gesunken

Auch wenn die Kurve in Großbritannien und Irland Anfang Januar tatsächlich rasant angestiegen ist, sehen die Zahlen mittlerweile komplett anders aus - weshalb die Kanzlerin anders als zu Beginn des Jahres mittlerweile auch ungern auf diese Länder verweist. Epidemiologe Klaus Stöhr erklärt dazu in der Bild:

In Irland sind die Fallzahlen um 80 % gesunken, in England um 60 % - und das, während sich die Variante weiter ausgebreitet hat.

Epidemiologen fordern an Fallzahlen angepasste Corona-Strategie und warnen vor Panikmache

Stöhr, der früher bei der WHO (Weltgesundheitsorganisation) in hohen Positionen tätig war, warnt nun vor Panikmache mit den Mutationen. Laut Stöhr seien die Daten aus England und Irland "eindeutig": "Die Eigenschaften des Virus haben sich nicht so signifikant verändert, dass die Bekämpfung nicht mehr gelingt." Der Epidemiologe weiter:

Wenn wir mit einem Stufenplan öffnen, können wir im Falle eines unvorhergesehenen Anstiegs auch gegensteuern. Für die Vorstellung, dass die Fallzahlen wegen der Variante explosionsartig zunehmen und nicht mehr zu kontrollieren sind, fehlt mir die kausale Herleitung und wissenschaftliche Evidenz.

Zusammen mit anderen Wissenschaftlern fordert Klaus Stöhr nun eine neue Corona-Strategie und eine differenzierte Risikobewertung. Da ist auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ganz anderer Meinung und drängt trotz fallender Corona-Neuinfektionen zu einer Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen.

Auch eine andere Behauptung des Kanzleramts ist inzwischen von führenden Experten widerlegt worden: So ist die von Helge Braun (Chef des Kanzleramts) behauptete These, dass sich die Mutation "leichter" bei Kindern verbreite, wissenschaftlich nicht haltbar. Virologe Christian Drosten stellt demnach in seinem NDR-Podcast klar, dass die Mutation "kein speziell Kinder befallendes Virus" sei.


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