Corona-Impfung: AstraZeneca testet Wirksamkeit jetzt auch an Kindern

Bald könnte es auch einen Corona-Impfstoff für Kinder geben. AstraZeneca und die Oxford-Universität planen eine Studie mit Minderjährigen. Damit wäre das der erste Corona-Impfstoff, der an Kindern getestet wird.

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Bisher sind die Corona-Impfstoffe erst ab einem Mindestalter von 16 Jahren zugelassen, dies wollen das Pharmaunternehmen AstraZeneca und die Oxford-Universität nun ändern. Sie planen, die Wirksamkeit ihres Impfstoffes in einer Studie an Kindern zwischen 6 und 17 Jahren zu testen.

Erste Studie dieser Art

Es ist die erste Studie zur Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen mit Kindern in so jungem Alter. Die Hersteller der beiden anderen zugelassenen Impfstoffe, Moderna und BioNTech, haben Ende letzten Jahres erstmals mit Tests ab 12 Jahren begonnen.

Doch da Kinder ebenso wie Erwachsene am Infektionsgeschehen beteiligt sind und dieses sogar am Laufen halten könnten, planen AstraZeneca und die Oxford-Universität nun, die Immunreaktion auch an jüngeren Kindern zu testen.

Eine Risikoentscheidung?

Keine leichte Entscheidung für die Eltern der 300 rekrutierten Kinder, denn einerseits könnte den Kleinen dadurch ein langanhaltender Schutz vor dem Coronavirus gewährt werden, doch andererseits ist die Wirksamkeit bei Kindern noch gar nicht getestet und erst kürzlich kam es in Frankreich bei zahlreichen Pflegekräften zu starken Nebenwirkungen durch die AstraZeneca-Impfung.

Doch wie Epidemiologe André Karch erklärt, haben derartige wissenschaftliche Untersuchungen und ihre Ergebnisse einen starken Einfluss auf das weitere Impfgeschehen:

Wenn Kinder und Jugendliche nicht geimpft werden können, bedeutet das tatsächlich, dass der Anteil der restlichen Bevölkerung, der erfolgreich immunisiert werden muss, entsprechend ansteigt.
Die Corona-Impfung an Kindern könnte für die Herdenimmunität der Bevölkerung wichtig werden. Charles Deluvio@Unsplash

Herdenimmunität nur durch Impfung der Kinder?

Obwohl Kinder im Allgemeinen viel seltener vom Coronavirus betroffen sind als Erwachsene, besteht die Befürchtung, dass die Pandemie erst abebbt, wenn auch die unter 16-Jährigen geimpft sind, da sonst keine Herdenimmunität erreicht werden kann.

Außerdem betont der britische Kinderärzteverband Royal College of Paediatrics and Child Health, dass es auch bei Kindern gelegentlich zu schweren Covid-Verläufen kommen kann, daher wären sie mit einer Impfung besser geschützt, wie Sara Gilbert von der Oxford-Universität gegenüber der Times erklärt:

Wir könnten Kindern Immunität ermöglichen, und diese möglicherweise mit einem zusätzlichen Boost bis zum Ende ihres Lebens verstärken.

Englands stellvertretender Chefarzt Professor Jonathan Van-Tam kann sich durchaus vorstellen, dass es bis Ende des Jahres eine sichere Corona-Impfung für Kinder geben wird.