Corona-Krise: Jens Spahn stellt sich der Kritik an der Impf-Kampagne
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Corona-Krise: Jens Spahn stellt sich der Kritik an der Impf-Kampagne

Von Pia Karim

Endlich hat auch in Deutschland das Impfen begonnen, doch die Kritik am Vorgehen und der Vorbereitung wird immer lauter. Jetzt meldet sich Gesundheitsminister Jens Spahn zu Wort.

Am Sonntag konnte endlich auch in Deutschland mit der lang ersehnten Impfkampagne begonnen werden und die Rückkehr in eine gewisse Normalität tritt scheinbar immer weiter in greifbare Nähe. Allerdings läuft auch nicht alles so, wie man es sich wünschen könnte. Im Gespräch mit BILD Live stellt sich Gesundheitsminister Jens Spahn der Kritik.

Zu wenig Impfstoff für Deutschland

9.700 Impfdosen hat jedes Bundesland zum Impfstart bekommen, und bis zum Jahresende sollen weitere folgen. Dennoch wird der Vorwurf, Deutschland habe zu wenig Impfdosen bestellt, immer lauter. Gegenüber BILD Live erklärt Jens Spahn:

Wir haben ja viel bestellt. Die absolut bestellte Menge verändert wenig daran, wie viel es am Anfang gibt, wo es knapp ist. Keiner wusste doch, welcher Impfstoff als Erstes zur Zulassung kommen würde.

Ihm zufolge habe man zunächst auf AstraZeneca gesetzt, doch dann kam es zu Rückschlägen in der Impfstoff-Entwicklung, genau wie bei Sanofi. Für Israel, das besonders schnell in der Beschaffung des BioNTech-Impfstoffes war und innerhalb einer Woche schon 500.000 Israelis geimpft hat, freut sich Spahn:

Ich freue mich für Israel, das in dieser Pandemie eine sehr schwierige Zeit hat. Ich weiß aber auch aus Gesprächen mit israelischen Kollegen: Wenn ein anderer Impfstoff als Erstes zugelassen worden wäre, man sich im Zweifel über Hilfe von uns gefreut hätte.

Im neuen Jahr wird alles besser

Obwohl das Impfen in Deutschland verglichen mit Israel sehr schleppend vorangeht, steht für den Gesundheitsminister fest, dass es wichtig war, den gemeinsamen europäischen Weg zu gehen, und keinen Alleingang zu machen.

Dennoch zeigt sich Spahn positiv, dass es Anfang des kommenden Jahres schneller vorangehen wird und gesetzt den Fall, dass noch ein bis zwei weitere Impfstoffe zugelassen werden, geht er davon aus, dass schon im Sommer die breite Masse geimpft werden kann.

Mehr Rechte für Geimpfte?

Und mit dem Impfstoff stellt sich natürlich auch wieder die Frage, nach dem umstrittenen Gesundheitspass, wie ihn beispielsweise Großbritannien bereits eingeführt hat: Sollen geimpften oder immunen Menschen mehr Rechte eingeräumt werden?

Diesen Ansatz hält Jens Spahn vor allem im öffentlichen Raum für unsolidarisch, allerdings kann er sich durchaus vorstellen, dass er im privatrechtlichen Rahmen Anwendung finden wird. Wenn also ein Pizzerien-Betreiber beschließt, nur Geimpfte in sein Lokal zu lassen, dann sei dies "juristisch nachvollziehbar".

Auf die richtige Balance kommt es an

Bis es allerdings soweit ist, müssen wir uns noch gedulden und versuchen, "die richtige Balance zu finden, zwischen bestmöglichem Schutz und gleichzeitig so viel Freiheit und Miteinander wie möglich".

Immerhin gibt es für die Verwundbarsten, sprich die Bewohner von Pflegeheimen und Personen der Risikogruppe nun schon einmal Grund zum Aufatmen, denn für sie war das Jahr 2020 sicher am aller schwersten.


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