Corona-Regeln: Mit diesem Problem hat unser Körper danach zu kämpfen

Die weltweit ergriffenen Corona-Schutzmaßnahmen senken bekannterweise auch das Risiko, sich mit anderen Infektionskrankheiten anzustecken. Erschlafft aber auch das Immunsystem, wenn man sich sämtliche Viren vom Hals hält?

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Die in Deutschland auf die Formel "AHA + C + L" gebrachten Corona-Schutzmaßnahmen bewahren die Bevölkerung nicht nur vor Covid-19, sondern auch vor anderen Infektionskrankheiten. Auch diese wichtige Barrieremaßnahme sollte man beachten.

Anstieg von Infektionskrankheiten nach Corona-Regeln

Forscher aus den USA vermuten jetzt allerdings, dass mit dem Ende derselben Corona-Schutzmaßnahmen ein Anstieg bei gerade diesen Infektionskrankheiten zu befürchten ist.

Die Epidemiologin Rachel Baker, Leiterin einer an der Universität Princeton (USA) durchgeführten Studie, beruft sich auf genauere Beobachtungen und führt einleitend aus:

Ein Rückgang der Fallzahlen mehrerer respiratorischer Krankheitserreger wurde in letzter Zeit an vielen Orten weltweit beobachtet.

Keine ausreichende Immunabwehr mehr vorhanden

Der verringerte soziale Kontakt durch die Lockdowns führt zusammen mit den Corona-Schutzmaßnahmen dazu, dass die Menschen weniger in Kontakt mit Krankheitserregern kommen, denen sie ansonsten immer ausgesetzt sind. Doch sinkt damit auch die Immunabwehr gerade diesen Viren gegenüber? Werden wir deshalb dann häufiger krank?

Nach der amerikanischen Studie haben sogar kurze Lockdown-Lockerungen zu einem ungewöhnlichen, zeitlich leicht versetzten Aufflammen verschiedener Infektionskrankheiten geführt.

Durch die Corona-Schutzmaßnahmen kommen wir mit viel weniger Menschen in Kontakt.  Justin Paget@Getty Images

Umstrittene Ergebnisse

Forscher jedoch, die nicht an der Studie aus Princeton beteiligt waren, heben hervor, dass die zeitliche Entwicklung eines Virus kaum modellhaft vorausgesehen werden kann.

Bernd Salzberger, Infektiologe am Universitätsklinikum Regensburg und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI), macht aber deutlich, dass der Forschungsansatz an sich durchaus seine Berechtigung findet, unter bestimmten Voraussetzungen. Salzberger macht in diesem klar:

Würden wir jetzt über drei Jahre alle Viren von uns fernhalten, dann wäre das sicher problematisch für unser Immunsystem.

Corona-Schutzmaßnahmen unverzichtbar

Es ist somit möglich, dass die längerfristigen Corona-Schutzmaßnahmen eine Auswirkung auf unsere Immunabwehr haben. Doch eines bleibt klar für alle Gesundheitsbeauftragten: Diese Maßnahmen sind gegenwärtig unverzichtbar und müssen streng beachtet werden.

Denn besonders jetzt im Winter senken sie auf entscheidende Weise das Risiko, sich eine sogenannte Co-Infektion zuzuziehen. Eine solche liegt beispielsweise vor, wenn man zugleich am Coronavirus und an Influenza erkrankt, was ein überaus großes Gesundheitsrisiko darstellt.