Corona: Welche Menschen sind nach der Impfung immer noch anfällig für das Virus?

Das britische Amt für nationale Statistik hat Daten zusammengetragen, um zu sehen, welche Personen die größte Gefahr laufen, sich trotz einer Impfung wieder mit dem Coronavirus zu infizieren.

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Das britische Amt für nationale Statistik (Office for National Statistics, ONS) legt jetzt die Ergebnisse seiner Auswertungen zu Infektionsrisiken vor.

An oberster Stelle der Personen, die trotz einer Impfung wieder an Corona erkranken können, stehen junge Leute, im Gesundheitswesen arbeitende Menschen sowie Nicht-Weiße.

Eine Infektion mit dem Coronavirus nach der Impfung ist selten, aber durchaus möglich. Keiner der Corona-Impfstoffe ist zu 100 % wirksam, weshalb immer ein Impfdurchbruch zu erwarten ist.

Auch Menschen, die nur eine Impfdosis bekommen, können sich leicht wieder anstecken, da eine Dosis von Moderna nur zu 69,5 % und eine von Pfizer nur zu 52,4 % schützen.

Zudem benötigen die Impfstoffe ungefähr zwei Wochen, um den Impfschutz aufzubauen. Die Betroffenen müssen also immer noch aufpassen, bis diese Zeit verstrichen ist.

Mit dem 21. Tag nach der Impfung fällt die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Ansteckung rapide ab. Nach den Angaben des ONS sind nur 0,5 % der Menschen mit einer Impfdosis erneut am Virus erkrankt.

Nach zwei Impfdosen sind es nur noch 0,07 %. Personen, die nach der Impfung positiv getestet werden, leiden jedoch nicht an einer hohen Viruskonzentration oder ernsten Krankheitssymptomen.

Wer handelt sich trotz Impfung am ehesten wieder Corona ein?

Bei seiner Auswertung der Zahlen wendet das ONS eine Berechnung mittels Risikoquotienten an. Dabei wird das Risiko, an Corona zu erkranken, für zwei Gruppen miteinander verglichen.

Die Gruppe, die daraus mit einem höheren Risikofaktor hervorgeht, wird dann als diejenige angesehen, bei der ein positiver Corona-Test nach der Impfung wahrscheinlicher ist.

Dabei werden folgende Faktoren berücksichtigt: Alter, Größe des Haushalts, Ethnizität und Geschlecht. Besonders von Bedeutung ist zudem, ob die betreffende Person im Gesundheitswesen arbeitet und direkt mit Patienten zu tun hat.

Alter

Es hat sich gezeigt, dass das Alter der wichtigste Faktor ist, wenn es um eine erneute Infizierung nach der Impfung geht. Leute um die 20 sind doppelt so stark gefährdet, wie solche um die 80.

Größe des Haushalts

Die Ergebnisse bestätigen zudem, dass mit wachsender Größe des Haushalts auch die Wahrscheinlichkeit der Infektionen steigt. Alleinlebende Menschen haben den Risikoquotienten 1. Bei fünf oder mehr Menschen in einem Haushalt beträgt der Risikoquotient 1,49.

Ethnizität

In den Berechnungen des ONS spielt auch der Risikoquotient eine Rolle, der geimpfte Weiße und geimpfte Nicht-Weiße miteinander in Bezug setzt. Der Risikoquotient bei Weißen beträgt danach 1, der bei Nicht-Weißen 1,18.

Geschlecht

Die vorliegenden Daten lassen keinen entscheidenden Unterschied zwischen Männern und Frauen erkennen. Der Risikoquotient bei Männern beträgt 1, der bei Frauen 0,97.

Menschen aus dem Gesundheitswesen

Der entscheidendste Faktor liegt allerdings in der Frage der Arbeitsstelle: Arbeitet die betroffene Person im Gesundheitswesen und zudem in engem Kontakt mit Patienten?

In diesem Fall liegt der Risikoquotient bei 1,31. Hat die Personen keinen direkten Kontakt mit Patienten, sinkt der Risikoquotient auf 1. Der Patientenkontakt erhöht also das Risiko, wieder mit dem Virus in Kontakt zu kommen.

Der Spezialist für angewandte Statistik an der britischen Open University, Professor Kevin McConway, erklärt in einer Pressemitteilung, dass diese Daten sehr denen ähneln, die bei ungeimpften Personen erhoben worden sind:

Die in diesen Analysen hinsichtlich einer erneuten Infektion auffälligen Gruppen sind grundsätzlich Gruppen, für die auch ohne Impfung ein hohes Infektionsrisiko besteht: Personen aus dem Gesundheitswesen mit engem Patientenkontakt, Menschen in großen Haushalten oder in Gegenden mit mangelnder Versorgung. Diese Ergebnisse überraschen mich nicht.