Coronavirus: Gilt eine Ansteckung im Job als Arbeitsunfall?

Wer in Pflegeberufen arbeitet, setzt sich zu Pandemie-Zeiten einem besonderen Risiko aus. Kann eine Infizierung in einem solchen Fall als Berufskrankheit anerkannt werden? Wir sagen es euch.

Coronavirus: Gilt eine Ansteckung im Job als Arbeitsunfall?
Weiterlesen
Weiterlesen

Während sich viele Arbeitnehmer seit Beginn der Corona-Pandemie ins schützende Homeoffice begeben haben, ist das für einige Berufsgruppen nicht möglich. In Jobs wie im Krankenhaus, in der Schule oder an der Supermarktkasse ist die Gefahr, sich am Arbeitsplatz mit dem Coronavirus zu infizieren, besonders hoch. Für die Mitarbeiter gibt es daher einen besonderen Schutz.

Erhöhtes Erkrankungsrisiko

Wer sich während seiner Arbeitszeit mit Corona infiziert, kann das als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall geltend machen. Dann profitieren Betroffene von den Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung – geimpft oder nicht. Die Zeitschrift Finanztest klärt, was Angestellte im Fall der Fälle wissen müssen.

So wird eine Covid-19-Erkrankung bei solchen Tätigkeiten als Berufskrankheit anerkannt, wenn "ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko im Vergleich zur übrigen Bevölkerung besteht", beispielsweise in Pflegeberufen. Bis Ende Juni 2021 haben davon 117.000 Betroffene profitiert.

Erzieher, Lehrer oder Kassierer fallen zwar nicht unter diese Definition, können eine Covid-19-Erkrankung aber als Arbeitsunfall geltend machen. Hierfür sind die Hürden allerdings deutlich höher als bei einer Berufskrankheit. Es überrascht daher nicht, dass eine Erkrankung bei knapp einem Drittel der angezeigten Arbeitsunfall-Fälle akzeptiert wurde, während rund 80 Prozent der Anträge auf Berufskrankheit angenommen worden sind.

Diese Bedingungen müssen erfüllt sein

Damit Betroffene von den Leistungen profitieren können, müssen drei Bedingungen erfüllt sein: Die Infektion muss durch einen PCR-Test nachgewiesen worden sein, die Krankheit muss mit mindestens leichten Symptomen ausgebrochen sein und die Ansteckung muss auf der Arbeit erfolgt sein. Ist das alles gegeben, kann die Erkrankung beim Arbeitgeber gemeldet werden.

Um einen Arbeitsunfall geltend zu machen, kann es vorkommen, dass die Erkrankten außerdem einen konkreten Kontakt nennen müssen, bei dem sie sich infiziert haben. Gleichzeitig kann die Versicherung prüfen, ob es in dem kritischen Zeitraum auch im privaten Umfeld der Betroffenen Infizierte gab, bei denen sie sich hätten anstecken können.