Coronavirus: Impfung von Kindern unter 12 Jahren rückt näher

In den USA spricht sich die Arzneimittelbehörde FDA für die Impfung von 5- bis 11-Jährigen aus. Wann ist es hierzulande soweit?

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Die Impfung von Kindern unter 12 Jahren rückt näher. Zumindest in den USA. Doch Biontech peilt die Zulassung seines Impfstoffs für jüngere Kinder auch in der EU an.

FDA spricht sich für Kinderimpfung aus

Ein Gremium der US-Arzneimittelbehörde FDA empfiehlt die Notfallzulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder ab 5 Jahren. Damit ist zwar noch keine Entscheidung über eine Zulassung gefallen, doch Empfehlungen dieser Art haben ein starkes Gewicht.

Die Impfung von Kindern unter 12 Jahren könnte in den USA schon kommenden Monat starten. Betroffen wären bis zu 28 Millionen Kinder.

Wie hoch ist das Risiko?

Amanda Cohn ist Teil des FDA-Beratergremiums. Sie spricht sich, wie fast alle ihre Kolleg:innen, eindeutig für eine Kinder-Zulassung aus:

Für mich ist es ziemlich klar, dass die Vorteile das Risiko überwiegen, wenn ich von Kindern höre, die auf die Intensivstation müssen, die Langzeitfolgen nach Covid haben, und die sterben.

Tatsächlich liefert die aktuelle Datenlage zur Kinderimpfung Grund zu Optimismus. In ersten Studien gibt es keine Anhaltspunkte für Unverträglichkeiten oder schwerwiegende Nebenwirkungen. Die Impfreaktion aber funktioniert auch bei jüngeren Kindern.

STIKO bislang zurückhaltend

Die Ständige Impfkommission (STIKO) zeigt sich beim Thema Kinderimpfung bislang vorsichtig. Aktuell würden Daten, die von Biontech/Pfizer bei der EU-Zulassungsbehörde EMA eingereicht wurden, noch ausgewertet, so STIKO-Chef Thomas Mertens gegenüber der Rheinischen Post.

Der Deutsche Kinderschutzbund würde einen Impfstoff für Kinder grundsätzlich gutheißen. Sein Präsident Heinz Hilgers erklärt gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland:

Ich würde es sehr begrüßen, wenn es einen sicheren Impfstoff für Kinder gibt.

Doch auch Hilgers betont, dass die Datenlage und die Entscheidung von Expert:innen letztlich entscheidend sei: "Von Seiten der Politik sollte kein Druck ausgeübt werden."

Unterschiedliche Wege

In China werden schon seit geraumer Zeit Kinder geimpft, und das sogar ab einem Alter von drei Jahren. Allerdings wird dort der Impfstoff von Sinovac eingesetzt. Ein sehr viel deutlicheres Zeichen dürfte da eine baldige US-Zulassung von Biontech/Pfizer setzen.

Die deutsche STIKO gilt gemeinhin als eher vorsichtig. So war die Corona-Impfung von Schwangeren im Nachbarland Frankreich längst üblich, als die STIKO Monate später nachzog.

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