Coronavirus: Ist es unmöglich, schnell einen Impfstoff zu finden?
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Coronavirus: Ist es unmöglich, schnell einen Impfstoff zu finden?

Einem Sonderbeauftragten der WHO zufolge könnte es sein, dass wir für lange Zeit mit der ständigen Sorge vor Covid-19 leben müssen.

Und was, wenn wir niemals einen Impfstoff gegen das Coronavirus finden? Das befürchten einige Wissenschaftler, insbesondere nachdem die WHO Ende April bekannt gegeben hat; dass es immer noch keinen Beweis dafür gibt, dass Menschen, die einmal mit Covid-19 infiziert waren, anschließend immun sind. Aktuell laufen weltweit etwa hundert Projekte zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Virus. Doch es könnte sein, dass diese Arbeit niemals Früchte tragen wird.

Pessimistische Wissenschaftler

Im Gespräch mit der Zeitschrift The Observer klingt David Nabarro, Mediziner, Experte für Weltgesundheit und Sonderbeauftragter der WHO in Sachen Coronavirus, nicht gerade vielversprechend:

Man findet nicht unbedingt für jedes Virus einen sicheren und wirksamen Impfstoff. Bei manchen Viren kann es extrem schwierig sein, einen Impfstoff zu finden. In naher Zukunft tun wir besser daran, Mittel zu finden, mit denen wir trotz der ständigen Sorge vor dem Virus leben können.

Auch bei Christopher Witty, dem medizinischen Berater der britischen Regierung, klingt dies nicht viel anders: "Die Welt muss vorsichtig bleiben. Wir sollten nicht glauben, dass wir einen Impfstoff für die Krankheit finden, mit dem wir auf Lebzeiten immun sind, wie es bei Masern der Fall ist".

Die Suche nach einem Impfstoff läuft auf Hochtouren   Taechit Taechamanodom@Getty Images

Und er fügt hinzu: "Wir suchen Impfstoffe gegen alle Infektionskrankheiten, doch nicht für alle finden wir auch welche“. Bisher konnte noch kein Impfstoff gegen eine Form des Coronavirus gefunden.

Ein langer Prozess

Zur Erinnerung: Die Entwicklung eines Impfstoffs dauert zwischen 6 und 15 Jahren. In Notfällen wie diesem werden die Vorgänge beschleunigt, doch den Wissenschaftlern zufolge ist es fast unmöglich, vor 2021 ein Ergebnis zu bekommen. Es gibt Forschungsschritte, die sehr langwierig sind und es müssen Tests mit unterschiedlichen Virusstämmen durchgeführt werden sowie Tierversuche und anschließend kommt die industrielle Herstellung, die auch noch einmal ihre Zeit braucht.

Hinzukommt, dass sowohl in Südkorea als auch in China Fälle von Patienten gemeldet wurden, die bereits an Covid-19 erkrankt waren und sich dann noch einmal infiziert haben. Das Ende des Tunnels scheint also noch alles andere als nah.

Von Martin Gerst

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