Coronavirus: Seit dem Ausbruch der Pandemie zeigen sich bei Kindern beunruhigende Entwicklungen

Auch Kinder konnten ihre Freunde nicht mehr regelmäßig sehen und mussten viel Zeit zu Hause verbringen. Die Umstellung hat sie genau wie Erwachsene getroffen. Mit erschreckenden Folgen.

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Zu Anfang der Corona-Pandemie hat das Augenmerk der Ärzte nur wenig auf Kindern und Jugendlichen gelegen. Mit der Zeit hat sich das geändert. Untersuchungen und Studien zeigen, wie sich eineinhalb Jahre Ausnahmezustand auf ihre Gesundheit ausgewirkt hat. Die Ergebnisse sind beunruhigend.

Bei Kindern zeigt sich der gleiche Trend wie bei Erwachsenen

Schon Anfang des Jahres zeigen Untersuchung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), dass die Lebensqualität sowie die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im letzten Jahr stark gesunken ist. Doch das sind nicht die einzigen "Nebenwirkungen", die die Pandemie mit sich gebracht hat.

Eine Studie aus Österreich zeigt, dass Kinder im Grundschulalter genau wie viele Erwachsene in den vergangenen Monaten erheblich an Gewicht zugenommen haben. Auf die Ergebnisse sind Forscher Gerald Jarnig und sein Team am Grazer Institut für Bewegungswissenschaften fast zufällig gestoßen.

Um die Auswirkungen des schulischen Sportunterrichts zu untersuchen, haben sie im September 2019 das Gewicht und die Körpermasse von 760 Grundschulkindern im Alter von sieben bis zehn Jahren dokumentiert. Schon damals zeigen die Ergebnisse, dass jedes fünfte Kind (20,3 Prozent) an Übergewicht leidet oder sogar fettleibig ist. Nach einem Jahr ist davon sogar schon jedes vierte Kind (24,1 Prozent) betroffen.

Bildschirm statt toben

Auf ähnliche Ergebnisse kommt auch der Berliner Kinderarzt Martin Karsten. Den Grund dafür sieht er an der mangelnden Bewegung der Kinder. Der Bild sagt er:

Statt auf dem Schulhof mit den Freunden zu toben, hocken sie für Monate alleine vor ihren Bildschirmen. Ich hatte hier einen Jungen in der Praxis, der so dick geworden war, er konnte kaum noch alleine aufstehen.
In den letzten Monaten haben die Kinder mehr Zeit vor dem Computer als auf dem Schulhof verbracht  Compare Fibre@Unsplash

Während die jüngeren Schulkinder die "Extra-Kilos" im neuen Schuljahr wohl verlieren werden, macht sich Karsten vor allem Sorgen um die Älteren.

Man weiß aber, dass 10-Jährige sich deutlich schwerer tun. Viele schaffen es nicht wieder normalgewichtig zu werden. Diese Altersgruppe leidet zunehmend unter dem metabolischen Syndrom, sprich Übergewicht, Bluthochdruck, zu hoher Blutzucker und ein gestörter Fettstoffwechsel.

Fatale Folgen bei Corona-Erkrankung

In Bezug auf die aktuelle Pandemie hat das fatale Folgen: Übergewichtige Kinder entwickeln einen schwereren Krankheitsverlauf bei einer Infizierung mit dem Coronavirus. Dennoch ist für Karsten klar, dass es wichtiger sei, die Schulen offen zu halten, als sie zu schließen, um die gefährdeten Kinder zu schützen.