Coronavirus: Was die Pandemie mit unseren Kindern macht
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Coronavirus: Was die Pandemie mit unseren Kindern macht

Von Maximilian Vogel

Geschlossene Restaurants, Kinos und Konzertsäle: Viele Menschen sind derzeit besorgt um den eigenen Job oder die Wirtschaft. Wie sehr die Pandemie auch manchen Kindern und Jugendlichen zu schaffen macht, ist den meisten nicht bewusst.

Spricht man derzeit über die negativen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen, geht es hauptsächlich um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Was die derzeitige Situation psychisch mit uns macht, wird hintenangestellt – insbesondere wenn es um Kinder geht.

Jedes dritte Kind zeigt psychische Auffälligkeiten

Dabei zeigt eine aktuelle Untersuchung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), dass sich sie Lebensqualität sowie die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im letzten Jahr stark gesunken ist. Zu Beginn der Pandemie ging man davon aus, dass vor allem Kinder stille Überträger von Covid-19 sein würden - eine Nachwirkung, die sicherlich bis heute zu spüren ist, obwohl dies bereits widerlegt wurde...

Für die Copsy-Studie (Corona und Psyche) sind von Mitte Dezember bis Mitte Januar mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche und mehr als 1.600 Eltern per Onlinefragebogen befragt worden.

Die Studie deckt auf, dass fast jedes dritte Kind im Alter von sieben bis 17 Jahren während der Pandemie an psychischen Auffälligkeiten, wie Sorgen, Ängste, Depressionen und psychosomatischen Beschwerden leidet. Vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund sind davon betroffen.

Die Pandemie löst bei jedem dritten Kind psychosomatische Störungen aus.  Ketut Subiyanto@Pexels

Manche Kinder sind stärker betroffen

Ulrike Ravens-Sieberer ist Leiterin der Copsy-Studie und erklärt gegenüber dem Spiegel, dass Kinder, die vor Ausbruch des Coronavirus Strukturen erlernt haben und sich in ihrer Familie aufgehoben fühlen, besser durch die Pandemie kommen.

Wir brauchen aber verlässlichere Konzepte, um insbesondere Kinder aus Risikofamilien zu unterstützen und ihre seelische Gesundheit zu stärken.

Mehr Kindeswohlgefährdungen vermutet

Experten befürchten außerdem, dass die Dunkelziffer der Kindeswohlgefährdungen gestiegen ist. Die offizielle Zahl ist zwischen 2019 und 2020 zwar gesunken, das liege aber daran, dass derzeit Kontrollinstanzen, wie Schulen und Kitas wegfallen und somit weniger Fälle gemeldet werden. Dazu sagt Kinderarzt Johannes Hübner gegenüber Spiegel:

Wenn ein Kind mit einem blauen Auge in die Schule kommt, dann fragt der Lehrer nach – und im Idealfall schreitet er ein. Wenn die Kinder die ganze Zeit zu Hause sind, bemerkt das niemand.

So lange Schulen und Kitas noch geschlossen sind, sind also vor allem Nachbarn, Freunde und Außenstehende gefragt, Auffälligkeiten bei Kindern sofort zu melden. Nur das kann dazu beitragen, Kinder und Jugendliche zu schützen.


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