Coronavirus: Ärzte warnen vor Folgen für Brustkrebs-Patientinnen
Coronavirus: Ärzte warnen vor Folgen für Brustkrebs-Patientinnen
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Coronavirus: Ärzte warnen vor Folgen für Brustkrebs-Patientinnen

Kann es sein, dass wir es in Zukunft wegen des Coronavirus mit einer Welle fortgeschrittener Krebserkrankungen zutun bekommen? Die Experten befürchten, ja. Warum das so ist, erklären wir euch hier.

Während des Corona-Lockdowns ist die Krebsvorsorge stark zurückgegangen und wurde teilweise sogar ganz ausgesetzt. Infolgedessen wurden in diesem Zeitraum 40 Prozent weniger Brustkrebserkrankungen entdeckt als gewöhnlich.

Nun befürchten die Ärzte, dass dadurch in nächster Zukunft viele Brustkrebs- und Krebserkrankungen im Allgemeinen erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden. Besonders jetzt mit dem rosa Oktober soll wieder verschärft auf das Brustkrebsrisiko und Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam gemacht werden. Eine Gemeinde stellt sogar eine rosa Waschmaschine auf - eine eher missglückte Werbung.

Keine Früherkennung im Corona-Lockdown

Aktuelle Studien der österreichischen Ärztekammer zeigen, dass im Zeitraum von März bis April, also während der Hochphase des Corona-Lockdowns, 70 bis 80 Prozent weniger Screeninguntersuchungen durchgeführt wurden.

Auch in Deutschland brachte der Covid-19-Ausbruch die Krebsvorsorge teilweise zum Erliegen. Hier hat jeder Zehnte seinen Termin zur Krebsvorsorge abgesagt. Christian Singer, der Leiter des Brustgesundheitszentrums in Wien erklärt:

In der Zwischenzeit konnten die Untersuchungen teilweise nachgeholt werden. Wir liegen aber derzeit noch immer 15 Prozent unter den Zahlen des Vorjahres.
Trotz Corona-Pandemie sollten Frauen ihre Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Liubov Trapeznykova@Getty Images

Anstieg der Sterberate

Singer befürchtet, dass es dadurch in Zukunft zu einem deutlichen Anstieg der Sterberate bei Krebserkrankungen kommen wird, da viele Krebserkrankungen erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden.

Dies stellt vor allem bei schnell wachsenden Krebsarten wie Brust- und Lungenkrebs ein besonderes Risiko dar, denn bei diesen Erkrankungen führt eine Verzögerung der Diagnose unweigerlich zu einer Verschlechterung der Prognose.

Diese Zeichen von Brustkrebs sollten übrigens nicht missachtet werden, auch wenn sie oft verkannt werden. Denn das A und O einer erfolgreichen Behandlung ist das rechtzeitige Erkennen.

Covid-19 und eine Krebstherapie

Neben der bereits eingeschränkten Durchführung der Screenings, sagen viele Patienten ihre Vorsorgetermine zusätzlich ab. Grund dafür ist und war die Sorge, dass eine Krebstherapie das Risiko steigere, an Covid-19 zu sterben.

Zu einer erhöhten Sterberate aufgrund von Covid-19 kommt es, laut Epidemiologin Eva Schernhammer, nur bei Krebspatienten, die bereits unter Vorerkrankungen wie Diabetes, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder Herzerkrankungen leiden.

"Krebs kennt keinen Lockdown!"

Damit es nicht zu weiteren Verzögerungen in der Diagnose kommt, erklärt Singer, dass ein Aussetzen der Früherkennung in Zukunft unbedingt zu vermeiden ist und rät, Vorsorge, Diagnose, Therapie und Nachbetreuung unbedingt uneingeschränkt wahrzunehmen.

In Deutschland wurden Mammographiescreenings im Mai wieder aufgenommen und alle Patientinnen, die ihren Screeningtermin aufgrund der Corona-Pandemie nicht wahrnehmen konnten, dürfen und sollten diesen nun schnellstens nachholen.

Von Maximilian Vogel

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